
Der Koran und der Friede.
Zentrale Stellen – neu übersetzt und aktuell gedeutet
Prof. Dr. Hartmut Bobzin
Sendezeit: So. 05.07.2009, 8.30h
Der Koran, das „heilige Buch der Muslime“, Grundtext einer der großen Weltreligionen, ist ein literarisches Werk von großer sprachlicher Schönheit. Aber immer auch ein politisches Buch, ein Buch, das Einfluss nimmt auf das Leben der Gläubigen, auf Recht und Politik. Gewaltbereite Muslime berufen sich heute ebenso auf den Koran wie die dialogbereiten und um Frieden bemühten Gruppen. Grundlage einer angemessenen Beurteilung ist die genaue Kenntnis des Textes. Hartmut Bobzin hat eine neue Übersetzung der zentralen Texte des Korans mit kurzen Erläuterungen zu religiöser Praxis und Frömmigkeit, zu Recht und Politik veröffentlicht. Auf dieser Grundlage spricht er zu einem höchst aktuellen Thema.
Hartmut Bobzin, geboren 1946 in Bremen Studium der Evangelischen Theologie, Religionswissenschaft, Indologie und Semitistik in Marburg an der Lahn (1966-74) sowie Arabistik an der Universität Damaskus (1975-76) als Stipendiat des DAAD. Promotion Marburg/L. 1974 („Die Tempora im Hiobdialog“). Habilitation Erlangen 1986 („Der Koran im Zeitalter der Reformation“). Seit 1992 Inhaber der Professur für Islamwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg; Sommersemester 1999 Gastprofessur an der Kath. Theol. Fak. der Univ. Salzburg; 2000-2002 Dekan der Philosophischen Fakultät II (Sprach- und Literaturwissenschaften), 1.4.2002 – 31.3.2006 Prorektor der Universität für internationale Beziehungen. Seit 2003 ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Mitbegründer der „Zeitschrift für arabische Linguistik“.