Weiterführende Informationen zur Sendung

Reflektierter Sprachgebrauch als Ziel der Sprachkritik
Prof. Dr. Rainer Wimmer
Sendezeit: So. 06.12.2009, 8.30h
Zum Vortrag
Sprachkritik gehört zu unserem natürlichen Sprachgebrauch wie das Fragen und Antworten, wie das Behaupten und das Begründen. Im Spracherwerb lernen wir ganz selbstverständlich auch eine Distanz zu unserem Sprechen. Eltern und andere nahe Menschen korrigieren unsere Aussprache, kritisieren und verbessern unseren Wortgebrauch und weisen uns auf grammatische Fehler hin. Wir können über Wörter und Sprechhandlungen reden, wir lernen, Sprache zu beurteilen. Natürlich denken wir im Alltag nicht ständig über unser Reden nach, wir folgen den Regeln unserer Sprache in den allermeisten Fällen "blind", wie Ludwig Wittgenstein es formulierte. Wenn Sprachkritik gefragt ist, haben wir es mit Situationen zu tun, die durch Zweifel, Unsicherheiten oder Missverständnisse gekennzeichnet sind. Rainer Wimmer beschreibt große und kleinere Anlässe für ein solches Nachdenken über unsere Sprache.
Zur Person
Rainer Wimmer, geboren 1944 in Wernigrode |
|
1962 |
Abitur |
1968 |
1. Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien, Deutsch/Englisch |
1968-1970 |
Verwalter einer Wissenschaftlichen Assistenz-Stelle, Germanistik/Linguistik an der Universität Heidelberg |
1970 |
Promotion zum Dr. phil an der Universität Heidelberg, Germanistische Linguistik |
1970-1978 |
Wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg, Germanistische Linguistik |
1976 |
Habilitation an der Neuphilologische Fakultät der Universität Heideberg für das Fach „Germanistische Linguistik“ |
1978-1982 |
Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft |
1982-1994 |
Direktor des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim |
1984-1994 |
Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Heidelberg |
1994-2009 |
Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Trier |
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Der Eigenname im Deutschen. Linguistische Arbeiten 11, Tübingen 1973
- Kaleidoskop – Sprechen, Sprache, Handeln (zus. mit H. J. Heringer, und Thomas Fuchs, Gesine Hefft, Ernst Kreiner, Herbert Schaible). Klett Verlag, Stuttgart, 1974
- Sprachbuch: Wortwechsel – Sprachbuch für die Grundschule (zus. mit H. J. Heringer, und Thomas Fuchs, Gesine Hefft, Ernst Kreiner, Herbert Schaible).
Klett Verlag, Stuttgart, 1976
- Einführung in die Praktische Semantik (zus. mit H. J. Heringer, G. Oehlschläger, B. Strecker). Heidelberg 1977
- Referenzsemantik. Tübingen, 1979
- Syntax. Fragen, Lösungen, Alternativen (zus. mit H. J. Heringer, B. Strecker). München 1980
- Der fremde Stil: Zur kulturellen Vielfalt wissenschaftlicher Textproduktion als Problem interkultureller Germanistik. In: A. Wierlacher (Hrsg.): Perspektiven und Verfahren interkultureller Germanistik. München 1987, S. 81-98
- Zur juristischen Fachsprache aus linguistischer Sicht. In: Sprache und Literatur in Wissenschaft und Unterricht, Heft 81/1998, S. 8-23
- Politische Korrektheit (political correctness) – verschärfter Umgang mit Normen im Alltag. In: Der Deutschunterricht, Jg. 50, Heft 3/1998, S. 41-48
- Auf die sprachlichen Formen achten! Versuch einer linguistischen Kritik der Kritik an Walsers Kritikerroman. In: D. Borchmeyer, H. Kiesel (Hrsg.): Der Ernstfall. Zu Martin Walsers „Tod eines Kritikers“. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 2003, S. 241-260
- Wie kann man Sprachkritik begründen? In: A. Linke, H. Ortner, P. R. Portmann-Tselikas (Hrsg.): Sprache und mehr. Ansichten einer Linguistik der sprachlichen Praxis. Niemeyer Verlag, Tübingen, 2003, S. 417-449
- Die Sprachkritik kommt aus der Sprache selbst: Reflektiertheit ist gefragt. In: Der Sprachdienst, Heft 3-4, 2009, S. 77-90

