
„Belastete Wörter“ als Gegenstand und Resultat sprachkritischer Reflexion
Prof. Dr. Walther Dieckmann
Sendezeit: So. 10.01.2010, 8.30h
Wer von „belasteten Wörtern“ spricht, meint in der Regel Wörter, die in dieser oder jener Hinsicht in der Zeit des „Dritten Reiches“ eine Rolle gespielt haben. Solche Wörter beschäftigen die Sprachkritik und die öffentliche Sprachreflexion in den Medien seit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft immer wieder. Dabei ist die Tatsache, dass manche Wörter als Nazi-Wörter „indiziert“ oder „markiert“ sind und deshalb als belastet gelten inzwischen - am deutlichsten bei der jüngeren Generation - nur noch indirekt eine Folge ihres Gebrauchs im „Dritten Reich“, primär aber Ergebnis ihrer öffentlichen sprachkritischen Thematisierung in den Medien. Der Vortrag reflektiert Sinn und Berechtigung der periodisch wiederkehrenden Kritik an der Weiter- oder Wiederverwendung solcher Wörter.
Walther Dieckmann, 1933 geboren in Kästorf, Kreis Gifhorn |
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1954-1959 |
Studium der Fächer Germanistik, Sport, Geschichte und Politologie in Marburg |
1959 |
Zeugnis über die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Höheren Schulen |
1959-1960 |
Sprachlehrer des Deutschen Zentrums (Stockholm) in Hälsingborg/Schweden |
1960-1961 |
Bibliothekarische Hilfskraft an der Deutschen Burse, Institut für Volkswissenschaft, in Marburg |
1961-1963 |
Verwalter einer wissenschaftlichen Assistentenstelle beim Deutschen Sprachatlas, Universität Marburg |
1963 |
Promotion zum Dr. phil., Universität Marburg |
1963-1966 |
Visiting Instructor in Germanic Languages, University of Texas, Austin/Texas, USA |
1966-1970 |
Associate Professor of German, University of Wisconsin-Milwaukee |
1970-1971 |
Professor of German, University of Wisconsin-Milwaukee |
1970-1998 |
Professor für Deutsche Philologie (Linguistik) an der Freien Universität Berlin |
1992 |
Gastprofessur an der University of Wisconsin in Madison |