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Hoffnungen für den neuen Mann? –
Alternativen aus der Geschichte

Prof. Dr. Martin Dinges
Sendezeit: So. 20.06.2010, 8.00h

Zum Vortrag

Die heute gängigen Männlichkeitsleitbilder sind historisch entstanden und nach wie vor stark geprägt durch Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damals betonte man einseitig bestimmte Aspekte des Mannseins, die teilweise durchaus problematisch sind: Risikobereitschaft, Härte, Heldentum, Abgrenzung vom „Weiblichen“.
Mit der zunehmenden formalen Qualifikation und Berufstätigkeit von Frauen hat sich insbesondere während der letzten Generation das Anforderungsprofil an Männer gewandelt. Deshalb werden diejenigen Aspekte von Mannsein wieder wichtig, die zwischenzeitlich aus dem Blick der Männlichkeitsbilder geraten waren. Historische Befunde zeigen deutlich, dass Männer diese praktisch nie aufgegeben haben. Der Weg in die Zukunft wird allerdings nicht von einem (scheinbar) homogenen Männlichkeitsleitbild zu einem einzigen neuen führen, sondern zu einer Pluralisierung von Männlichkeiten, für die die Geschichte viele Anknüpfungspunkte bietet. Die Politik kann und muss dazu mehr beitragen als Appelle.

Zur Person

Martin Dinges, geboren 1953 in Wuppertal

1972-1975

Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Köln und Mainz

1975-1981

Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Mainz, Bonn und an der Freien Universität Berlin; 1979/80 an der Universität Bordeaux

1982-1983

Sprachassistent am Lycée Montaigne in Bordeaux; Sprach- und Landeskundeunterricht am Goethe-Institut

1986

Dissertation zu "Stadtarmut in Bordeaux (1525-1675), Alltag, Politik, Mentalitäten"

1986-1987

Forschungsaufenthalt an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris)

1987-1989

Wissenschaftlicher Angestellter im Historischen Archiv der Stadt Köln

1991

Archivarische Staatsprüfung

1991

Archivar und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, derzeit stellvertr. Leiter

1992

Habilitation an der Universität Mannheim (Habilitationsschrift "Der Maurermeister und der Finanzrichter - Ehre, Geld und soziale Kontrolle im Paris des 18. Jahrhunderts"); Erteilung der venia legendi für Neuere Geschichte

2000

Ernennung zum apl. Professor an der Universität Mannheim

Gründer des Arbeitskreises für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung. Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften AIMGender

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Männlichkeit und Gesundheit im historischen Wandel ca. 1800 – ca. 2000. Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2007
  • Krankheit in Briefen im deutschen und französischen Sprachraum. 17.-21. Jahrhundert. Franz Steiner Verlag, Stuttgart,  2007
  • Männer – Macht – Körper. Hegemoniale Männlichkeiten vom Mittelalter bis heute. Campus-Verlag, Frankfurt,  2005
  • Hausväter, Priester, Kastraten. Zur Konstruktion von Männlichkeit in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1998
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