
Hexensalbe, Zaubertrank und Arznei.
Fluch und Segen ausgewählter Gifte
Prof. Dr. Elisabeth Vaupel
Sendezeit: So. 04.07.2010, 8.00h
Die Frauen, die zu Zeiten der Hexenverfolgungen als "Hexen" verschrieen waren und verfolgt wurden, benutzten tatsächlich Salbenzubereitungen, deren Wirkungen viele ihrer Anstoß erregenden, als "Hexerei" ausgelegten Verhaltensweisen erklären. Die sogenannten Hexensalben wurden aus Pflanzen zubereitet, die zur großen Familie der Nachtschattengewächse gehören, vor allem Tollkirsche, Bilsenkraut und Alraune. Diese Pflanzen enthalten chemische Verbindungen - sogenannte Alkaloide -, die halluzinogen wirken. Die Inhaltsstoffe der Nachtschattengewächse interessierten im 19. und 20. Jahrhundert auch die Pharmazeuten und Chemiker, die durch Abwandlungen der Wirkstoffmoleküle bis heute wertvolle Arzneimittel herstellten. Letztlich haben wir dem einstigen Gebrauch von Hexen- und Schamanenpflanzen also die Anfänge einer Entwicklung zu verdanken, an deren Ende moderne Arzneimittel stehen.
Elisabeth Vaupel, geboren 1956 in Luxemburg |
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1974-1982 |
Studium der Chemie, Biologie und Geschichte an den Universitäten Mainz, Freiburg/Breisgau und München |
1982 |
Diplom in Chemie an der Universität Freiburg |
1987 |
Promotion in Chemiegeschichte an der Universität München |
1988 |
Hochschulassistentin am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften der Universität Hamburg |
1989-2004 |
Leiterin der Abteilung Chemie am Deutschen Museum in München |
2003 |
Habilitation in Chemiegeschichte an der Universität Stuttgart |
seit 2004 |
am Forschungsinstitut des Deutschen Museums in München tätig |
seit 2008 |
apl. Professorin für Geschichte der Chemie an der Universität Stuttgart |