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Europas Feinde



Prof. Dr. Claus Leggewie
Sendezeit: So. 12.03.2017, 7.30h

Zum Vortrag

Europa, so Claus Leggewie, wird mehr und mehr als Invalidenverein gesehen. Politisch zerstritten, ein bürokratisches Monster, und selbst ökonomisch auf dem absteigenden Ast. Nord- und Südamerika verlagern sich zunehmend vom atlantischen auf den pazifischen Raum, China und Indien sehen sich als künftige Champions der Weltwirtschaft.
In dieser Situation legt die EU wenig Selbstbewusstsein an den Tag und bestätigt in ihrer Verzagtheit eine Außenperspektive, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.
Ante portas, das kommt erschwerend hinzu, liegen politische Bewegungen auf der Lauer, die der Ermattung lustvoll zuschauen und an diversen Schwachstellen Würgegriffe ansetzen. Die Gegnerschaft der Russischen Föderation ist notorisch und aktenkundig, kaum zu übersehen sind die Absichten des islamistischen Dschihad, Europa mit Terroranschlägen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Verdutzt erkennt der Kontinent, eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum demokratischen Frieden bekehrte Hemisphäre, dass die Feinderklärung von innen und außen kein böser Traum ist, sondern traurige Wirklichkeit: Europa hat Feinde, die ihm an die Existenz wollen ...

Zur Person

Claus Leggewie, geboren 1950 in Wanne-Eickel, ist Professor für Politikwissenschaft und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen sowie des Center for Global Cooperation Research in Duisburg. Zum Wintersemester 2015/16 wurde er zudem als erster Amtsinhaber auf die jüngst etablierte Ludwig Börne-Professur der Universität Gießen berufen.
Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Geschichte in Köln und Paris promovierte und habilitierte er an der Universität Göttingen. Er lehrte dann als Professor an der Universität Gießen sowie an der Universität Paris-Nanterre und der New York University. 2001 gründete er das Zentrum für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen, wo er auch am SFB Erinnerungskulturen tätig war. Seit 2007 leitet er das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen und seit 2008 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen.

Ausgewählte Veröffentlichungen