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Über die Demokratie in Europa



Prof. Dr. Manfred G. Schmidt
Sendezeit: So. 26.03.2017, 7.30h

Zum Vortrag

In welcher Verfassung ist die Demokratie in Europa? Dieser Frage geht Manfred G. Schmidt auf der Grundlage des neuesten Standes der Demokratietheorie und der vergleichenden Demokratieforschung nach. Vier Hauptbefunde fördert die Analyse  zutage:
1. Die Demokratie im Europa von heute ist weder kerngesund, noch todkrank, aber angegriffen – in einem von Land zu Land unterschiedlichem Maß.
2. Von angegriffener Verfassung zeugen insbesondere eingeschränkte demokratische Gestaltungsspielräume infolge von Globalisierung und Europäisierung, viele unzufriedene Demokraten und ein beträchtlicher, tendenziell weiter zunehmender Nichtwähleranteil.
3. Jüngere, wirtschaftsschwächere und in der sozialstaatlichen Politik weniger erfolgreiche Demokratien sind insgesamt viel stärker angeschlagen als die meisten wohlhabenden und sozialstaatlich engagierten Demokratien.
4. Die relativ beste Konstitution haben noch die nordeuropäischen Staaten. In viel schlechterer Verfassung sind die südeuropäischen Staaten. Deutschlands Demokratie zeugt von einer teils mittelmäßigen, teils überdurchschnittlichen Verfassung.

Zur Person

Prof. Dr. Dr.h.c. Manfred G. Schmidt, geboren 1948 in Donauwörth, studierte Anglistik und Politische Wissenschaft an der Universität Heidelberg, wurde 1975 an der Universität Tübingen zum Dr.rer.pol. promoviert und habilitierte sich 1981 an der Universität Konstanz im Fach Politische Wissenschaft. Er war Professor an der Freien Universität Berlin, der Universität Heidelberg und der Universität Bremen und ist seit 2001 wieder Professor am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind die Sozialpolitik in Deutschland im historischen und internationalen Vergleich, politische Institutionen und Staatstätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland sowie die Demokratietheorie.

Ausgewählte Veröffentlichungen