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Die Wahrsagekunst im Alten Orient



Prof. Dr. Stefan M. Maul
Sendezeit: So. 11.06.2017, 7.30h

Zum Vortrag

Es ist ein ewiger Traum der Menschheit, Einblick in die Zukunft nehmen und so den Erfolg wichtiger Unternehmungen schon im Voraus überschauen zu können. Babylonische Gelehrte schienen diesen Traum bereits im ausgehenden dritten Jahrhundert vor Christus verwirklicht zu haben. Sie standen im Ruf, an bestimmten Zeichen in Natur und Umwelt zukünftiges Wohl und Wehe genau erkennen und das Schicksal jedes einzelnen Menschen ergründen zu können. Darum waren sie nicht nur Königen und Heerführern als Ratgeber unentbehrlich, sondern erfreuten sich auch als Lebensberater großer Beliebtheit. Ihre Lehren verbreiteten sich im gesamten Mittelmeerraum und prägten das Weltbild der Klassischen Antike.
Stefan M. Maul erklärt in diesem Vortrag anschaulich die altorientalischen Verfahren der Zukunftsschau, und er geht zudem der Frage nach, wie es möglich war, dass eine auf Eingeweideschau und Astrologie fußende Politikberatung dauerhaft stabile politische Verhältnisse beförderte.

Zur Person

Stefan M. Maul, geboren 1958 in Aachen

1978-1983

Studium der Assyriologie, Vorderasiatischen Archäologie und Ägyptologie an der Universität Göttingen

1987

Promotion

1987-1992

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Altorientalischen Seminar der Freien Universität Berlin

1992-1995

Hochschulassistent am Altorientalischen Seminar der Freien Universität Berlin

1995

Gastprofessur für Assyriologie an der École Pratique des Hautes Études, Paris

Seit 1995

Ordinarius für Assyriologie an der Universität Heidelberg

1996

Gastprofessur an der Universität La Sapienza, Rom

2003

Gastprofessur der British Academy an der School of Oriental and African Studies

2012

Gastprofessur am Collège de France, Paris

Ausgewählte Veröffentlichungen