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Gefühltes Wissen
Die Erforschung der Intuition

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer
Sendezeit: So. 18.06.2017, 7.30h
Erstausstrahlung: So. 05.10.2008

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Wir stellen uns Intelligenz als eine überlegte, bewusste Tätigkeit vor, die von den Gesetzen der Logik bestimmt wird. Doch ein Großteil unseres geistigen Lebens vollzieht sich unbewusst und beruht auf Prozessen, die nichts mit Logik zu tun haben. Anstatt alle Gründe gegeneinander abzuwägen, handeln wir spontan „aus dem Bauch heraus“. Im abendländischen Denken galt Intuition einst als die sicherste Form der Erkenntnis, während sie heute als fragwürdige und unzuverlässige Richtschnur des Handelns betrachtet wird. Sind bewusste Entscheidungen wirklich immer besser? Können wir jene Situationen angeben, in denen weniger Zeit und Nachdenken tatsächlich von Vorteil ist?
Gerd Gigerenzer zeigt, dass Intuitionen alles andere als nur impulsive Launen des Geistes sind. Ihnen liegen vielmehr unbewusste Heuristiken zugrunde, die effektiv arbeiten, indem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Rest ignorieren. An der Intuition führt kein Weg vorbei – ohne sie brächten wir wenig zustande.

Zur Person

Gerd Gigerenzer, geboren 1947 in Wallersdorf. Studium der Psychologie, 1977 Promotion, 1982 Habilitation und Privatdozent an der Universität München, 1984 Professor für Psychologie an der Universität Konstanz, 1990 der Universität Salzburg und 1992 der University of Chicago. 1995 Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung, seit 1997 Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Ausgewählte Veröffentlichungen