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Europavisionen im Dreißigjährigen Krieg



Jun. Prof. Dr. Nicolas Detering
Sendezeit: So. 23.09.2018, 7.30h

Zum Vortrag

Der Dreißigjährige Krieg zog fast den ganzen Kontinent in seinen Sog, und auf eigentümliche Weise beförderte er damit ein europäisches Gemeinschaftsgefühl. Die ständige Berichterstattung über den Krieg sorgte dafür, dass ‚Europa‘ über Jahrzehnte in aller Munde war und weckte ein neues Gefühl der europäischen Zeitgenossenschaft. In der Publizistik der Zeit kritisierte man die wankelmütigen Bündnisse der Fürsten, personifizierte Europa als klagende Jungfrau und entwarf mit poetischen Mitteln Vorschläge zum friedlichen Zusammenschluss der europäischen Länder. Damit formierte sich im 17. Jahrhundert ein Wechselspiel aus kritischer Zeitdiagnose und europäischem Vereinigungswunsch, das überraschend aktuell erscheint.

Zur Person

Nicolas Detering ist Juniorprofessor für „Neuere Deutsche Literatur im europäischen Kontext“ an der Universität Konstanz. Er studierte an den Universitäten Bremen, Wien, Oxford und Freiburg und lehrte als Gastdozent unter anderem in St. Petersburg, Riga und Shanghai.