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Aggression im Geschlechterverhältnis


Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm
Sendezeit: So. 20.01.2019, 7.30h

Zum Vortrag

Das Thema „Aggression im Geschlechterverhältnis“ wurde durch die „Me Too“-Debatte wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Während es dabei ausschließlich um sexuelle Aggression gegenüber Frauen geht, beschäftigt sich die Forschung umfassender mit dieser Thematik. Es geht nicht nur um sexuelle Aggression, sondern auch um andere Formen aggressiven Verhaltens. Und es geht nicht nur um Männer als Täter und Frauen als Opfer, sondern allgemein um beide Geschlechter, die sowohl Täter als auch Opfer sein können.
Die Beschäftigung mit diesem Thema ist von großer gesellschaftlicher Brisanz, da die Erfahrung von Aggression im Geschlechterverhältnis vielfältige negative Konsequenzen sowohl auf individueller, als auch auf sozialer Ebene hat. Dazu gehören auf Seiten der Opfer Traumatisierungen, depressive Störungen, Alkoholprobleme und Selbstwertprobleme. Aggressionserfahrungen können zu einer Gewaltspirale führen. Kinder, die in einer aggressiven Partnerschaft groß werden, leiden darunter besonders und übernehmen nicht selten die negativen Verhaltensmuster. Und schließlich kann Aggression in der Partnerschaft mit sozialem Abstieg und mit Ausgrenzung einhergehen.

Zur Person

Professor Dr. Andrea Abele-Brehm bekleidete bis 2016 den Lehrstuhl für Sozialpsychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie war außerdem Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und der Föderation deutscher Psychologie-Verbände.