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Krise und Medizin


Dr. Till Bastian
Sendezeit: So. 03.03.2013, 8.00h

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Zum Vortrag

Unter einer Krise verstehen wir heute, wo Krisen aller Art so rasch aufeinander folgen, dass sie ineinander überzugehen scheinen, einen misslichen Zustand, eine Störung, die möglichst schnell beseitigt oder behoben werden muss. Die Chance, die in einer Krise liegen kann, wird bei dieser Betrachtung ebenso wenig berücksichtigt wie der Aspekt der vorbeugenden Vermeidung krisenhafter Entwicklungen. Die Vielzahl heutiger persönlicher Lebenskrisen ist nach Ansicht von Till Bastian auch Folge von Ich-Verlust und innerer Leere in einer „seelenlosen Gesellschaft“. Die Medizin, so führt er aus, solle angesichts dieser Situation einerseits bescheidener auftreten, aber andererseits dort, wo soziale Einmischung im Sinne des Vorbeugeprinzips gefragt wäre, mehr Engagement zeigen. Denn, so der Hamburger Armenarzt Salomon Neumann 1847: „Die medizinische Wissenschaft ist in ihrem innersten Kern und Wesen eine soziale Wissenschaft“.

Zur Person

Till Bastian, geb. 1949 in München, studierte Humanmedizin in Mainz (Staatsexamen 1976, Promotion 1977). Bis 1982 arbeitete er in Mainz als praktischer Arzt in einer Gemeinschaftspraxis, 1983 – 1986 als hauptamtlicher Geschäftsführer der „Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“, die 1985 den Friedensnobelpreis erhalten haben. Nach 1986 war Bastian für viele Jahre freier Schriftsteller und Journalist.
Seit 1989 wohnt er in Isny im Allgäu; von 1994 bis 1999 gehörte er dem Gemeinderat dieser Stadt an, 2009 ist er in den Kreistag des Landkreises Ravensburg gewählt worden.
Seit 2004 arbeitet er als Arzt an der psychosomatischen Fachklinik Wollmarshöhe in Bodnegg.

Ausgewählte Veröffentlichungen