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Die große Entwertung.
Über die fundamentalen Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Norbert Trenkle
Sendezeit: So. 18.10.2015, 7.30h

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Zum Vortrag

Auch sieben Jahre nach dem Ausbruch der großen Wirtschafts- und Finanzkrise herrscht über deren Ursachen immer noch Unklarheit. Während zumeist die übertriebene Aufblähung von Kredit und Spekulation dafür verantwortlich gemacht wird, besteht die Politik der Krisenbekämpfung im Kern genau darin, durch eine gigantische Geldzufuhr die Finanzmärkte in noch größerem Ausmaß aufzupumpen. Dieses widersprüchliche Vorgehen entspringt einem Pragmatismus, der durchaus funktional ist. Denn die jahrzehntelange Aufblähung des Finanzüberbaus ist , so Norbert Trenkle, nicht die Ursache der wirtschaftlichen Verwerfungen, sondern stellt einen Mechanismus zur Aufschiebung einer viel grundlegenderen Strukturkrise da, die ihnen Ausgangspunkt bereits in den 1970er Jahren hat. Die Akkumulation von Kapital beruht seitdem auf einem Vorgriff auf zukünftigen Wert. Doch dieser Vorgriff auf die Zukunft stößt zunehmend an seine Grenzen. Der nächste Kriseneinbruch zeichnet sich daher bereits am Horizont ab.

Zur Person

Norbert Trenkle, geboren 1959, aufgewachsen in Südamerika, studierte Wirtschaftswissenschaften in Göttingen und widmete sich schon während seines Studiums der Kritik dieser Fachdisziplin. Seit 1988 lebt er in Nürnberg und ist Redakteur und Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theorie-Zeitschrift Krisis Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft, die sich der Neuformulierung von Kapitalismuskritik jenseits des traditionellen Marxismus verschrieben hat. In dieser Funktion hat er zahlreiche theoretische und journalistische Artikel veröffentlicht sowie einige Bücher herausgegeben. Außerdem ist er bundesweit und international als Referent tätig. Sein Geld verdient er hauptsächlich mit der Arbeit in einem migrantischen Ausbildungsverein in Nürnberg.

Ausgewählte Veröffentlichungen