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Die Verfassung der Mitte


Prof. Dr. Andreas Voßkuhle
Sendezeit: So. 21.02.2016, 7.30h

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Zum Vortrag

Die Ordnung, die das Grundgesetz errichtet hat, zielte von Beginn an darauf, die „Mitte“ zu bewahren und zu stärken. An die Stelle des Weimarer „Kults der Entscheidung“ und des „Denkens in Extremen“ trat in der Bundesrepublik die Sehnsucht nach Ausgleich. Politik und Verfassungsrechtsprechung orientieren sich seither an Leitgedanken wie Angemessenheit, Kompromissbereitschaft, Nachhaltigkeit, Stabilität und Verantwortung. In den für die verfassungsrechtliche Diskussion so charakteristischen Mischkonzepten werden diese Ideen konkret: etwa im Gebot der „praktischen Konkordanz“, im Leitbild des „kooperativen Föderalismus“, in der „wohlwollenden Neutralität“, die das Verhältnis von Staat und Kirche charakterisiert, oder auch in der „personalisierten Verhältniswahl“. Der Vortrag spürt diesen Begriffen des Verfassungsdenkens nach und fragt zugleich, ob und wie das Verfassungsrecht auf die heute vielfach diagnostizierte „Krise“ der Mitte reagieren kann: Lässt sich das Versprechen der (sozialen) Mitte in einem globalen Umfeld, das von großer Dynamik und Diversität geprägt ist, noch einhalten?

Zur Person

Andreas Voßkuhle, geboren 1963 in Detmold

1983-1989

Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bayreuth und der Universität München

1989

1. Staatsexamen

1992

Promotion an der Universität München

1993

2. Staatsexamen

1992-1994

Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverwaltungsrecht und Umweltrecht von Prof. Dr. Reiner Schmidt, Augsburg

1995

Referent im Bayerischen Staatsministerium des Innern

1998

Habilitation an der Universität Augsburg. Verleihung der venia für die Fächer: „Öffentliches Recht, Verwaltungswissenschaften und Rechtstheorie“

1999

Ernennung zum Universitätsprofessor an der Universität Freiburg – Direktor des Instituts für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie

2000-2002

Studiendekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

2004-2006

Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

2006-2007

Mitglied des Universitätsrats

2007

Wahl zum Rektor der Universität Freiburg; Amtsantritt April 2008

2008

Ernennung zum Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts; Vorsitzender des Zweiten Senats

Seit März 2010

Präsident des Bundesverfassungsgerichts; Vorsitzender des Zweiten Senats

Ausgewählte Veröffentlichungen