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Kriegserzählungen in Grimmelshausens Simplicianischen Schriften


Prof. Dr. Dieter Martin
Sendezeit: So. 30.09.2018, 7.30h

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Zum Vortrag

Grimmelshausen (1621–1676) war ein Kind des Dreißigjährigen Krieges. Die Erzählungen vom Krieg, die er den Hauptfiguren seiner Romane ›Simplicissimus Teutsch‹, ›Courasche‹  und ›Springinsfeld‹ in den Mund legt, gelten seit jeher als besonders authentisch. Doch wie gelingt es Grimmelshausen, bei seinen Lesern den Eindruck einer lebensechten Wiedergabe von Kriegserlebnissen zu erzeugen? Um die rhetorische Wirkungsmacht seiner Kriegserzählungen zu bestimmen, werden Schlachtbeschreibungen, Darstellungen kriegerischer Gräuel und schwankhafte Episoden untersucht. So zeigt sich: Grimmelshausen nimmt mit hoher literarischer Kunst verschiedene Perspektiven ein, er erzählt anschaulich, eindringlich und unterhaltsam, zugleich aber ethisch engagiert, indem er zeigt, wie das ›erschreckliche und grausame Monstrum‹ des Krieges den Menschen in eine ›verkehrte Welt‹ versetzt.

Zur Person

Professor Dr. Dieter Martin studierte Germanistik und Musikwissenschaft an den Universitäten Erlangen und Heidelberg. Seit 1999 lehrt er am Deutschen Seminar der Universität Freiburg.