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Referenten alphabetisch

2. Halbjahr 19 (15.09.19 - 01.03.20)

Prof. Dr. Jan Assmann Prof. Dr. Jan Assmann
Achsenzeit. Eine Archäologie der Moderne

Sendezeit: So 15.09.2019, 07:30h


Um das 6. Jahrhundert vor Christus traten in verschiedenen Kulturräumen der Welt Philosophen und Propheten auf, die das bisherige mythische Denken überwanden: Konfuzius und Laotse in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien, die Propheten des Alten Israel und die Philosophen in Griechenland. Wie kam es zu dieser Gleichzeitigkeit? Standen die Philosophen und Weisen von China bis Griechenland miteinander in Verbindung? Zeigt sich hier die Einheit der Menschheit, deren Geschichte sich nach einem festgelegten Programm entfaltet? Jan Assmann beschreibt, wie Historiker und Philosophen seit der Aufklärung diese erstaunliche Gleichzeitigkeit erklärt und darin die geistigen Grundlagen der Moderne gesucht haben. Auch wenn die Annahme einer „Achsenzeit“ der Weltgeschichte einer historischen Überprüfung nicht standhält, so ermöglicht sie uns dennoch, verschiedene Kulturen gleichzeitig und gleichberechtigt in den Blick zu nehmen und eine eurozentristische Sicht auf die Geschichte zu überwinden.



Prof. Dr. Jared Diamond Prof. Dr. Jared Diamond
Kollaps. Was wir aus dem Untergang menschlicher Gesellschaften lernen können

Sendezeit: So 22.09.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.10.2005


Es gibt Gesellschaften und Kulturen, die auch nach Tausenden von Jahren noch existieren und gedeihen. Andere hingegen sind zugrunde gegangen oder völlig verschwunden, wie die Maya in Zentralamerika, die Wikinger in Grönland oder die Kultur der Osterinseln im Pazifik. Welche Faktoren spielen eine Rolle für den Erfolg oder den Untergang einer Gesellschaft? Warum gelang es manchen Gesellschaften, Probleme erfolgreich zu lösen, die sich für andere als unlösbar erwiesen? Und welche Schlüsse können wir aus den Schicksalen vergangener Gesellschaften ziehen, die uns dabei helfen könnten, unsere heutigen Probleme zu meistern?



Prof. Dr. Gernot Wagner Prof. Dr. Gernot Wagner
Klimaschock. Über die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels

Sendezeit: So 29.09.2019, 07:30h


Warum unternehmen wir nicht viel mehr, um unseren Planeten vor dem Klimawandel zu schützen? Die Tatsachen, über die wir bereits Bescheid wissen, wie zum Beispiel der steigende Meeresspiegel, sind gefährlich genug. Aber noch viel schlimmer könnte sein, was wir nicht wissen – und auch gar nicht wissen können: etwa was das als kurzfristige Lösung des Klimaproblems angedachte „Geo Engineering“, also die künstliche Beeinflussung des Klimas, tatsächlich anrichten könnte. Wollen wir uns dieses Risiko wirklich leisten? Gernot Wagner macht deutlich, dass es nicht um die Wahl zwischen Wirtschaftswachstum oder Klima geht. Es geht darum, unser tägliches Handeln mit dem Klimaschutz in Einklang zu bringen und diesen wie eine persönliche Versicherung zu betrachten: als eine Frage des Risikomanagements in einem globalen, für die gesamte Menschheit existenziellen Ausmaß.



 Uwe Schneidewind Uwe Schneidewind
Zukunftskunst. Gelingt uns die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung?

Sendezeit: So 06.10.2019, 07:30h


Wachstum ist immer noch das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Credo. Allerdings wird immer unabweisbarer, dass wir damit längst an die ökologischen Grenzen des Planeten stoßen. Inzwischen streiken Schulkinder für eine bessere Klimapolitik und eine bayrische Petition gegen das Insektensterben erhält 1,7 Millionen Unterschriften. Energiewende, Ernährungswende, Mobilitätswende - der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird immer lauter. Uwe Schneidewind skizziert in diesem Vortrag, wie die Gestaltung einer Zukunft aussehen könnte, die den drängenden Herausforderungen gerecht wird.



Prof. Dr. Christian Kreiß Prof. Dr. Christian Kreiß
Heute gekauft, morgen entsorgt. Geplanter Verschleiß als Teil unseres Wirtschaftssystems

Sendezeit: So 13.10.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 08.11.2015


Ob Drucker, Fernseher oder Waschmaschine - nicht selten gehen Geräte kurz nach Ablauf der Garantie kaputt. Oft lohnt sich eine Reparatur nicht oder sie ist gar nicht erst möglich. Sorgen Hersteller kalkuliert und absichtlich dafür, dass die Lebenszeit ihrer Produkte begrenzt ist, damit wir Verbraucher mehr konsumieren? "Geplanter Verschleiß" nennt sich ein Massenphänomen, das sinnlose Müllberge produziert und enorme Ressourcen verschlingt. Christian Kreiß setzt sich systematisch mit der geplanten Verringerung der Produktlebenszeit auseinander und beschreibt, wie große Konzerne weltweit mit dieser Absatzstrategie arbeiten. Er analysiert die fragwürdigen Methoden der Unternehmen, zeigt, wie die Werbung uns gezielt in die Irre führt und gibt Anregungen für eine neue Kultur der Nachhaltigkeit.



Prof. Dr. Marianne Gronemeyer Prof. Dr. Marianne Gronemeyer
Die Macht der Bedürfnisse. Überfluss und Knappheit in der Konsumgesellschaft

Sendezeit: So 20.10.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 26.11.2006


Während uns die von Tag zu Tag dringlicher werdenden Sparappelle im Ohr klingen, die uns eine neue Bescheidenheit auferlegen, während wir uns gerade zu der Einsicht durchringen, dass es bei leeren öffentlichen Kassen und schmaler werdendem privaten Portemonnaie unumgänglich ist, sich einzuschränken, verschafft sich schon eine andere Ermahnung Gehör: dass es nämlich heute erste Bürgerpflicht sei, zu konsumieren, denn nur durch Konsum könne die Wirtschaft wachsen und nur durch Wachstum entstünden die so schmerzlich vermissten Arbeitsplätze. Müssen wir nun sparen oder uns verausgaben? Müssen wir unsere Bedürfnisse ausleben und stimulieren oder streng in ihre Schranken weisen? Wem nützen unsere Bedürfnisse? Und wem verhelfen sie zur Macht?



Prof. Dr. Edwin Hübner Prof. Dr. Edwin Hübner
Der Mensch vor der digitalen Sphinx

Sendezeit: So 27.10.2019, 07:30h


Wir Menschen sind gegenwärtig in eine Lebenssituation geraten, die völlig neue Anforderungen an uns stellt. Unser Alltag wird mehr und mehr von digitalen Geräten durchsetzt, mit denen wir erst noch sinnvoll umzugehen lernen müssen. Durch Künstliche Intelligenz oder „Transhumanisten“ wird eine alte Frage auf neue Weise gestellt: Wer ist der Mensch? Was ist der Sinn des Menschen? Digitale Techniken eröffnen großartige Möglichkeiten, haben aber auch unerwünschte Nebenwirkungen. Pädagogik muss diese Gefährdungen in den Blick nehmen, zugleich auch ein sachliches Verständnis der Digitaltechnik ermöglichen und Wege zu einem gesunden Umgang mit den Geräten aufzeigen. Darüber, wie dies möglich sei, wird gegenwärtig intensiv diskutiert. Die digitale Sphinx stellt der Pädagogik die Frage, welche Bildung Kinder heute brauchen, um sich für einen mündigen Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft zu befähigen.



Prof. Dr. Gunter Dueck Prof. Dr. Gunter Dueck
Bildung der Zukunft oder Kopfreform?

Sendezeit: So 03.11.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 25.09.2016


Immer mehr Wissen und Kompetenz wandert in automatisierte Systeme. Damit ändern sich die Anforderungen in einer gleichzeitig immer komplexeren Arbeitswelt. Reines Fachwissen verliert an Bedeutung, Anpassung an sich stetig wandelnde Prozesse, Offenheit und Neugier werden immer wichtiger. Gunter Dueck beschreibt in diesem Vortrag anhand vieler Beispiele welche Kompetenzen in der Arbeitswelt von morgen gefragt sind.



Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Bildungshumanismus und Digitalisierung. Wie gestalten wir das Lernen der Zukunft?

Sendezeit: So 10.11.2019, 07:30h


Die Grundidee des Humanismus ist, dass Menschen Autorinnen oder Autoren ihres Lebens sind, dass sie imstande sind verantwortlich zu handeln. Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Bedingungen für die Realisierung dieses Menschenbildes zu schaffen. Sie nimmt den ganzen Menschen in den Blick und bemüht sich darum, eine Kohärenz emotiver und kognitiver, ästhetischer und ethischer Erfahrungen und Einstellungen zu entwickeln. Die große Herausforderung der Bildung in Zeiten der Digitalisierung besteht darin, den aktuellen Trend zur Daten-Ökonomie in eine Entwicklung zur Wissensgesellschaft zu transformieren. Wissen aber verlangt Urteilskraft. Erst die Bewertung und Einordnung und Interpretation von Daten kann Wissen konstituieren. Bislang leben wir infolge der Digitalisierung nicht in einer Wissensgesellschaft, sondern allenfalls in einer Datengesellschaft. Der digitale Humanismus fordert, die neuen Technologien zum Wohl der Menschen einzusetzen, sich nicht in transhumanistischen Utopien zu verlieren, keine Roboter als Menschenersatz einzusetzen, sondern die menschlichen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.



Prof. Dr. Elsbeth Stern Prof. Dr. Elsbeth Stern
Intelligentes Lernen und nützliches Wissen

Sendezeit: So 17.11.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.06.2011


Wissen ist kein "Eintrag im Lexikon", der kopiert und abgespeichert wird, sondern eine Verknüpfung im Gehirn. Dass dabei Übung den Meister macht, ist allgemein bekannt. Dass die Übung allerdings intelligent angelegt sein muss, wird oftmals nicht berücksichtigt. Das Ergebnis ist in vielen Fällen "träges Wissen", das nicht auf neue Situationen übertragen werden kann. In ihrem Vortrag erörtert Elsbeth Stern, wie Lernen gestaltet sein sollte, um "verwertbares Wissen" zu vermitteln. In einem Zusammenspiel von Vorwissen und verstehendem Lernen, also einem aktiven Konstruktionsprozess, entstehe ein Wissen, das auch auf andere Wissensbereiche und Komplexe angewendet, kontinuierlich erweitert und gegebenenfalls revidiert werden könne.



Prof. Dr. Herbert Schnädelbach Prof. Dr. Herbert Schnädelbach
Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann

Sendezeit: So 24.11.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 25.01.2015


Der Ausdruck "philosophisches Wissen" ist kein leeres Wort. Ungeachtet mancher Zweifel wissen Philosophen wirklich etwas. Sie verfügen über einen Kernbestand wissenschaftlichen Wissens, der wenig umstritten ist, und hinter dessen Einsichten nicht zurückfallen darf, wer heute nach den Regeln des Fachs philosophiert. Herbert Schnädelbach demonstriert in diesem Vortrag exemplarisch, was in der gegenwärtigen Philosophie verbindlich gelehrt und gelernt werden kann.



Prof. Dr. Hans-Georg Kopp Prof. Dr. Hans-Georg Kopp
Krebsfrüherkennung und Prävention. Und was hat Lifestyle mit Krebs zu tun?

Sendezeit: So 01.12.2019, 07:30h


Die meisten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Krebserkrankung sind allgemein bekannt: Rauchen, Übergewicht, Fehlernährung, Bewegungsmangel und schädliche Umweltfaktoren werden sicher jedem in den Sinn kommen. Aber auch wenn wir alle diese Faktoren ausschalten könnten, würde die Krebsneuerkrankungsrate nicht auf null zurückgehen. Dennoch lohnt es sich in jedem Fall, diesen Faktoren Rechnung zu tragen. In den letzten zwanzig Jahren wurden außerdem die Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen immer weiter verbessert und führten zu einer deutlichen Reduktion der altersstandardisierten Krebssterblichkeit. Dieser Vortrag von Hans-Georg Kopp beleuchtet das Thema Krebshäufigkeit, Krebssterblichkeit, Krebsvermeidung sowie Krebsfrüherkennung umfassend und erläutert dabei anschaulich die bestehenden wissenschaftlichen Daten. Er gibt einen Überblick über die Evidenz zum Stellenwert von Früherkennungsmaßnahmen und zeigt weiterführende, verlässliche Informationsquellen zum Thema.



Prof. Dr. Nisar Malek Prof. Dr. Nisar Malek
Tumor ist nicht gleich Tumor. Was verspricht und was hält die Personalisierte Medizin?

Sendezeit: So 08.12.2019, 07:30h


Die Personalisierte Medizin ist ein Behandlungskonzept, das versucht, Patienten mit schwierig zu behandelnden Erkrankungen einer individuellen, zielgerichteten und damit möglicherweise nebenwirkungsärmeren Therapie zuzuführen. Entscheidend sind die verbesserten Möglichkeiten der modernen Diagnostik, insbesondere die Gendiagnostik von entscheidender Bedeutung. Im Zentrum der Bemühungen steht die Frage, wie die neuen technologischen Möglichkeiten in unser Versorgungssystem integriert werden können, um sie einer möglichst großen Zahl von Patienten zugänglich zu machen. Dies erfordert nicht nur technologische, sondern auch versorgungswirtschaftliche Veränderungen und auch ethische Erwägungen, die einer raschen Einführung an manchen Stellen entgegenstehen.



Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee
Immuntherapie. Die neue Hoffnung in der Tumortherapie

Sendezeit: So 15.12.2019, 07:30h


Zusätzlich zu den bisher etablierten Krebstherapien - Chirurgie, Bestrahlung, Chemotherapie - hat sich die Immuntherapie mit der sogenannten Checkpoint-Inhibition in den letzten sechs Jahren als vierte Säule entwickelt, wie auch durch den Nobelpreis 2018 markiert. Bei dieser Form der Immuntherapie werden im Patienten bereits bestehende, aber durch den Krebs unterdrückte zelluläre Immunantworten durch Antikörper gegen Immunkontrollmoleküle auf diesen Immunzellen wieder freigesetzt. Dadurch wurden insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom (schwarzer Hautkrebs) spektakuläre Erfolge erzielt. Inzwischen wird daran gearbeitet, wirksame Immuntherapie-Strategien für alle Krebspatienten zu entwickeln.



 Martin Wickert Martin Wickert
Warum gerade ich? Der Umgang mit subjektiven Krankheitstheorien

Sendezeit: So 12.01.2020, 07:30h


In diesem Vortrag beschreibt Martin Wickert die Fragestellungen der modernen Psychoonkologie: Was kann man sich unter Krankheitsverarbeitung vorstellen und was sind subjektive Krankheitstheorien? Subjektive Krankheitstheorien, die in ihrer Art sehr vielfältig sein können, werden als Teil der individuellen Krankheitsverarbeitung gesehen. Sie haben eine bedeutende Funktion bei der Aufrechterhaltung des emotionalen Gleichgewichts und der subjektiv wahrgenommenen Kontrolle in einer Krankheitssituation, in der viele Betroffene einen mehr oder minder starken Verlust ihrer persönlichen Kontrolle erleben. Anhand von Beispielen wird insbesondere die Problematik von psycho-somatischen Krankheitstheorien erläutert, die Vorteile haben, aber auch Gefahren mit sich bringen können.



Dr. Sylvia Brathuhn Dr. Sylvia Brathuhn
Cancer-Survivor. Den Krebs überlebt. Und jetzt?

Sendezeit: So 19.01.2020, 07:30h


Die Diagnose Krebs reißt Betroffene jäh aus ihrem bisherigen Leben. Alles verändert sich, Angst und drängende Fragen machen sich breit: Wie kann das sein? Was habe ich falsch gemacht? Welche Therapie ist die Richtige? Werde ich es schaffen? Wie wird meine Familie mit dieser Belastung fertig? Dann wird das Leben durch die Therapien strukturiert und alles ist auf Überleben und Heilung ausgerichtet. Vieles wird in Kauf genommen und als Preis für mögliche Heilung angesehen. Doch was ist, wenn die Therapien abgeschlossen sind und rein äußerlich alles wie vorher zu sein scheint? Sylvia Brathuhn beleuchtet in diesem Vortrag den für viele Patienten schwierigen Weg nach einer Krebserkrankung und skizziert mögliche impulsgebende Ideen.



Prof. Dr. Detlev Ganten Prof. Dr. Detlev Ganten
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen – Aspekte einer Evolutionären Medizin

Sendezeit: So 26.01.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 26.06.2011


Unser Körper ist das Produkt seiner Entstehungsgeschichte, wir sind der lebende Kompromiss aus unseren evolutionären Vorgängern, den Affen, Amphibien und Fischen. Seit der Steinzeit hat sich unser Körper nur noch wenig verändert, nun passt er nicht mehr so recht zu unseren modernen Lebensgewohnheiten. Rückenschmerzen, Allergien, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen uns zu schaffen. Ein Blick in die Naturgeschichte des menschlichen Körpers ist hier äußerst aufschlussreich: Fast alle Krankheiten lassen sich besser verstehen - und damit eher vermeiden - wenn man sie vor dem Hintergrund einer "evolutionären Medizin" betrachtet. Detlev Ganten stellt diesen Ansatz für eine gesunde Lebensführung vor.



Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich
An den Grenzen der naturwissenschaftlichen Medizin. Trägt unser Gesundheitswesen seinen Namen zu Recht?

Sendezeit: So 02.02.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 04.05.2008


Dass unser Gesundheitswesen es fast nur mit Krankheiten zu tun hat, liegt historisch daran, dass nach der Industriellen Revolution Krankenkassen eingerichtet werden mussten. Ein Grund ist aber auch, dass die naturwissenschaftliche Medizin sich nur mit Krankheiten befasst. Eine ganz andere Frage ist, wie man so leben könnte, dass man gar nicht erst krank wird. Hier geht es vor allem um das persönliche Verhalten: mehr Bewegung, gesündere Ernährung, ein entspannter, regelmäßiger Lebensstil etc. Aber wie wir uns verhalten, hängt immer auch von den Verhältnissen ab, unter denen wir leben. Solange die Verhältnisse zum Beispiel das Autofahren, die industrielle Ernährung u. ä. begünstigen, sind persönliche Appelle nur begrenzt erfolgreich. Eine wirkliche Gesundheitspolitik, so Klaus Michael Meyer-Abich, wäre darum eine allgemein politische Aufgabe, zu der die Gesundheitsministerien nur am Rande etwas beitragen können.



 Feridun Zaimoglu Feridun Zaimoglu
Die Geschichte der Frau

Sendezeit: So 09.02.2020, 07:30h


In seinem gleichnamigen Buch gibt Feridun Zaimoglu zehn weiblichen Figuren aus Geschichte und Mythologie in jeweils einem Kapitel eine Stimme – von Zippora, der Frau des Moses bis Valerie Solanas, einer wenig bekannten amerikanischen Attentäterin. Er lässt sie ihre Geschichte erzählen und versucht dabei auch, die Sprache der jeweiligen Zeit und Situation nachzuempfinden. Die Sendung ist eine Mischung aus Lesung und Vortrag. Zwei der Frauenportraits, die Loreley und die Berliner Gastarbeiterin Leyla werden vorgestellt. Darüber hinaus erläutert Feridun Zaimoglu seine Arbeit an diesem Buch.



Prof. Dr. Hannelore Schlaffer Prof. Dr. Hannelore Schlaffer
Emanzipation - Ein Kleiderwechsel

Sendezeit: So 16.02.2020, 07:30h


Die Geschichte der Emanzipation – jene Schritte der Frau in die Gleichberechtigung, in die Unabhängigkeit vom Mann und ihr Eintritt ins Berufsleben – ist vielfach beschrieben. Wie sich jedoch die Emanzipation in den Winkeln des Alltagslebens niederschlug, wie dort Verhaltensweisen und Lebensformen dem Stil der neuen Frau angepasst wurden, ist wenig bekannt. Hannelore Schlaffer richtet in diesem Vortrag das Augenmerk auf diese stilbildenden Nebensächlichkeiten am Rande der großen Bewegung. Sie geht der Frage nach, wie etwa Kleidermoden, wie Charakter und Farbe der Wohnungseinrichtungen, wie Mimik und Gang der Frau sich verändert haben und ihrem Leben mehr Freiheit geben, als es die großen Programme der Emanzipation je vorsehen konnten.



 Ariadne von Schirach Ariadne von Schirach
Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden

Sendezeit: So 01.03.2020, 07:30h


Selbstmordattentäter, Geflüchtete, populistische Präsidenten, das Klima, eine durchökonomisierte Welt… Der krisenhafte Zustand, in dem wir stecken, hat viele Gründe. Und er betrifft schon lange nicht mehr nur das Sichtbare, sondern er reicht tief in das Unsichtbare hinein: in das Soziale, in den Umgang mit uns selbst, den anderen und der Welt. Alles haben wir zum Marktwert degradiert. Das Resultat, so Ariadne von Schirach, ist eine psychotische Gesellschaft, deren Mitglieder unfähig sind, angemessen und wertschätzend miteinander umzugehen. In diesem Vortrag mahnt sie, uns an unsere Würde, unsere Träume und unsere Verantwortung für unser eigenes und unser gemeinsames Leben zu erinnern.