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Referenten alphabetisch

1. Halbjahr 20 (08.03.20 - 12.07.20)

Prof. Dr. Matthias Glaubrecht Prof. Dr. Matthias Glaubrecht
Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten

Sendezeit: So 08.03.2020, 07:30h


Während wir viel über den Klimawandel reden, spielt sich weltweit vor unseren Augen eine biologische Tragödie ab, über deren Dramatik und Dimension wir uns nicht annähernd bewusst zu sein scheinen: ein rasanter Verlust an Biodiversität, der größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch ist heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen - auch seine eigene - gefährdet. Matthias Glaubrecht umreißt in diesem Vortrag, wie der Mensch entstand und mit seiner evolutiv erfolgreichen Pioniermentalität zum stärksten Treiber geologischer und ökologischer Prozesse auf der Erde wurde. Doch mit seiner exponentiell ansteigenden Bevölkerung von geschätzt 11 Milliarden am Ende dieses Jahrhunderts und dem dadurch bedingten enormen Ressourcenverbrauch manövriert er andere Arten und schließlich auch sich selbst zunehmend ins Aus. Ist das Ende der Evolution noch aufzuhalten?



Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier
Die Warnung. Über die schleichende Erosion des Rechtsstaats

Sendezeit: So 15.03.2020, 07:30h


Vor dem Gesetz sind alle gleich. Doch was geschieht, wenn geltendes Recht nicht mehr für jeden gilt und nicht ausnahmslos greift? Wenn gefällte Urteile nicht vollzogen werden? Wenn sich Parallelgesellschaften bilden, die Gesetze nicht respektieren? Wenn der Staat auf neue Entwicklungen nicht angemessen reagiert, und wenn die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit verloren geht? Hans-Jürgen Papier beobachtet mit Sorge die fortschreitende Erosion unseres Rechtsstaats, der zunehmend an Stabilität, Autorität und Autonomie verliert. Freiheit und Sicherheit erscheinen vielen heute selbstverständlich, doch sie sind hart erkämpft und müssen auch heute noch geschützt werden. Nur wenn Verfassung und Gesetz ausnahmslos geachtet und durchgesetzt und willkürliche politische Entscheidungen nicht zugelassen werden, können die bürgerlichen Freiheiten gesichert und gewahrt werden.



Prof. Dr. Wolfgang Streeck Prof. Dr. Wolfgang Streeck
Politische Stagnation - Reflexionen über einen unhaltbaren Zustand

Sendezeit: So 22.03.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 14.04.2019


In den drei Jahrzehnten nach 1945 schien ein von den USA international koordinierter sozialdemokratischer Keynesianismus die Spannungen zwischen internationalem Kapitalismus und nationaler Demokratie beigelegt zu haben. Spätestens in den 80er-Jahren kehrte jedoch der Neoliberalismus als Versuch zurück, nationale Politik im Zuge der sogenannten "Globalisierung" von wirtschaftlicher Einflussnahme auszuschließen. Seit der Krise 2008 lässt sich weltweit eine Inanspruchnahme nationaler demokratischer Institutionen durch neue, als "populistisch" bezeichnete politische Kräfte beobachten, meist von rechts, aber auch von links, die sich der wirtschaftlichen Neutralisierung des Nationalstaats zugunsten selbstregierender unbegrenzter Märkte widersetzen. In zahlreichen Ländern des früheren "Westens" ist das Resultat ein politisch-kultureller Grabenkrieg, der von politischer Stagnation begleitet wird. Wie genau stellt sich diese, insbesondere in Europa und Deutschland, dar?



Prof. Dr. Christoph Schönberger Prof. Dr. Christoph Schönberger
Politische Stabilität zwischen Verfassungsmythen und Techniken des Machterhalts

Sendezeit: So 29.03.2020, 07:30h


Zu den Mythen der Bundesrepublik gehört die Erzählung von der politischen Stabilität, die dem Grundgesetz im Kontrast zu Weimar als Leistung zugeschrieben wird. Der Vortrag setzt sich kritisch mit dieser Stabilitätserzählung auseinander. Sie überschätzt einzelne rechtliche Instrumente und Einrichtungen der Bundesrepublik – wie etwa das konstruktive Misstrauensvotum, das Parteienverbot und die Fünf-Prozent-Sperrklausel – in ihrer Stabilisierungswirkung erheblich. Zugleich leistet sie einer demokratiefremden Fetischisierung von Stabilität Vorschub und legitimiert gerade unter den Bedingungen eines grundlegenden Umbruchs des Parteiensystems nicht selten nur noch Techniken des Machterhalts.



 Hans-Jürgen Jakobs Hans-Jürgen Jakobs
Wem gehört die Welt? Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus

Sendezeit: So 05.04.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 19.11.2017


Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich Finanzfirmen eine dominante Stellung in der globalen Wirtschaft erarbeitet. Sie treffen dort auf das geballte Kapital von Staaten wie China, von arabischen Fürstentümern und russischen Oligarchen sowie auf die Milliarden von Pensionsfonds und großen Familienunternehmer-Dynastien, denen es um neue Produkte und neue Märkte geht. In diesem über Finanzmärkte gesteuerten Neokapitalismus findet weltweit eine Umverteilung von unten nach oben statt - zu denen, die diesen schrankenlosen Finanzkapitalismus beherrschen. Wer sind die Protagonisten dieser Auseinandersetzung um Märkte, Rohstoffe und Firmen? Und welche Ziele verfolgen sie?



Prof. Dr. Rainer Mausfeld Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Angst und Macht

Sendezeit: So 19.04.2020, 07:30h


Die neoliberalen Transformationsprozesse haben unmittelbar spürbare negative Folgen vor allem für diejenigen, die zum unteren Bereich der Einkommens- und Vermögensskala gehören. Ihre längerfristigen Folgen betreffen allerdings uns alle, da diese Prozesse unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören. Da dies der Bevölkerung nicht verborgen bleibt, ist eine massive Manipulation des Bewusstseins notwendig. Dabei spielt die systematische Erzeugung gesellschaftlicher Ängste eine ganz besondere Rolle. Aus macht-technischer Sicht haben Ängste den Vorteil, dass sie leicht zu erzeugen sind und sehr viel tiefergehende psychische Auswirkungen auf unser Handeln und unser Nichthandeln haben als beispielsweise Meinungen. Da Angst in der menschlichen Evolutionsgeschichte ein Wirkfaktor ist, dem bei der Regulierung sozialer Beziehungen und bei der Errichtung sozialer Ordnungen eine wichtige Rolle zukommt, lässt sich genau diese Funktion auch manipulativ zur Sicherung von Herrschaft nutzen. (Rainer Mausfeld)



 Daniel Goffart Daniel Goffart
Das Ende der Mittelschicht

Sendezeit: So 26.04.2020, 07:30h


Wir erleben derzeit, wie fragil der gesellschaftliche Zusammenhalt ist und wie schnell der Grundkonsens unserer freien westlichen Wertegemeinschaft infrage gestellt wird. Während die Schere zwischen Arm und Reich inzwischen empörend weit auseinanderklafft, ist es vor allem die Mittelschicht, die zum Lastesel des deutschen Sozial- und Steuerstaates gemacht wurde. Verharmlosungen und Beschwichtigungen in Politik und Wirtschaft, so Daniel Goffart, nutzen nichts. Die Mittelschicht muss Abschied nehmen von der Welt, wie wir sie kannten. Hunderte Berufe werden verschwinden, und niemand weiß, wie unsere sozialen Sicherungssysteme überleben sollen. Was aber geschieht mit einer Gesellschaft, die auf Teilhabe, Arbeit und dem Wohlstand einer breiten Mittelschicht beruht? Wie schaffen wir einen fairen Ausgleich? Wie kann die Wertschöpfung im Zeitalter der Digitalisierung gerecht verteilt werden?



Prof. Dr. Andreas Reckwitz Prof. Dr. Andreas Reckwitz
Die Spätmoderne und ihre Drei-Klassen-Gesellschaft

Sendezeit: So 03.05.2020, 07:30h


In den Gesellschaften des globalen Nordens erlebt die Sozialstruktur in den letzten Jahrzehnten eine tiefgreifende Veränderung. Andreas Reckwitz beschreibt, dass es sich dabei nicht nur um eine Verstärkung sozioökonomischer Ungleichheiten handelt, sondern auch um die Spaltung der ehemaligen Mittelstandsgesellschaft der industriellen Moderne. Während in der Spätmoderne eine neue, hochqualifizierte Mittelklasse emporsteigt, rutschen große Teile der ehemaligen Mittelklasse in prekäre Verhältnisse ab. Der Vortrag fragt nach den Ursachen, den Strukturmerkmalen und den künftigen Folgen dieser Entwicklung.



Prof. Dr. Axel Börsch-Supan Prof. Dr. Axel Börsch-Supan
Generationenvertrag, Alterung und Digitalisierung. Passt das noch zusammen?

Sendezeit: So 10.05.2020, 07:30h


„Die Rente ist sicher“ beruhigte uns der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm im Wahlkampf 1986. Und er wiederholte diesen legendären Satz 1997, als nach hitziger Debatte die umstrittene Rentenreform beschlossen wurde. Schon damals ging es darum, die Rentenversicherung an den demographischen Wandel anzupassen. Denn es war klar, dass die Rente nur so lange sicher ist, wie sie an die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Heute müssen wir neben Renteneintrittsalter, Lebensarbeitszeit und steigender Lebenserwartung noch den dramatischen Verlust von Arbeitsplätzen durch neue Technologie und Digitalisierung in den Blick nehmen. Ist die verbreitete Angst vor neuer Altersarmut begründet? Wie sieht die Zukunft unserer sozialen Sicherungssysteme aus?



Prof. Dr. Tim Engartner Prof. Dr. Tim Engartner
Staat im Ausverkauf. Privatisierung in Deutschland

Sendezeit: So 17.05.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 25.11.2018


Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, »Verzögerungen im Betriebsablauf« bei der Deutschen Bahn. Mit dem Argument, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und bürgernäher machen, schüttelt der Staat immer mehr öffentliche Aufgaben ab. Unternehmen wie die Deutsche Bundespost, die Deutsche Bundesbahn, die Deutsche Lufthansa, die Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahn (nunmehr Tank und Rast GmbH) - sie alle wurden privatisiert. Dabei kann von der in Aussicht gestellten Entlastung der öffentlichen Haushalte keine Rede sein, jedenfalls dann nicht, wenn man die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung betrachtet. Anhand besonders eindrücklicher Beispiele analysiert Tim Engartner die Privatisierungen in Deutschland und macht deutlich: Diese Politik, die von allen regierenden Parteien betrieben wurde und immer noch wird, ist nicht alternativlos!



 Arno Luik Arno Luik
Schaden in der Oberleitung. Über das Desaster der Deutschen Bahn

Sendezeit: So 24.05.2020, 07:30h


Verspätungen, Zugausfälle, marode Schienen, veraltetes Material, Personalmangel… Die deutsche Bahn ist eine Zumutung - und das in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende! Wie konnte ein einstmals gut funktionierendes Unternehmen dermaßen aus dem Ruder laufen? Über 170 Jahre lang war die deutsche Bahn eine Institution, deren Geschäft das Bahnfahren in Deutschland war – und sonst nichts. Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse gebracht werden sollte, wurde die „Bahn AG“ zu einem Konzern mit fast 1000 Firmen umstrukturiert. Und während sie als Global Player der Logistik- und Mobilitätsbranche in über 140 Ländern rund um den Globus aktiv wurde und dafür enorme Milliardenbeträge benötigte, während sich die Vorstandsgehälter um ein Mehrfaches steigerten, wurde das heimische Streckennetz abgebaut, unterblieben notwendige Reparaturarbeiten und Investitionen. Dafür fließt viel Steuergeld in unfassbar teure und fragwürdige Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Münchens zweite Stammstrecke...



Prof. Dr. Miriam Gebhardt Prof. Dr. Miriam Gebhardt
Gewogen, geschlagen, gebunden. Zum Wandel der Eltern-Kind-Beziehung im 20. Jahrhundert

Sendezeit: So 07.06.2020, 07:30h


Beim Thema Deutsche Kindheit im 20. Jahrhundert wetteifern in der öffentlichen Diskussion ganz verschiedene Bilder miteinander: Zweite Weltkriegs-Kinder, vaterlose Kinder, Euthanasie, Heimerziehung, Missbrauch, aber auch Kinderladenbewegung und anti-autoritäre Erziehung. Diese Begriffe beziehen sich auf allgemeine Umstände des Aufwachsens, im Krieg, in Institutionen, unter besonderen politischen Konstellationen. Der wichtigste Ort der Kindheit, nämlich die Familie, bleibt dabei erstaunlich unbeleuchtet. Hier setzt der Vortrag von Miriam Gebhardt an: Wie frei waren Eltern in ihrem Handeln? Mit welchen Vorstellungen vom Wesen des Kindes und mit welchen Zielen wurden Kinder großgezogen? Und welches sind heute die Erbschaften der historischen Erziehungstraditionen in den Familien?



Prof. Dr. Remo Largo Prof. Dr. Remo Largo
„Normale“ Entwicklungskrisen bei Kindern

Sendezeit: So 14.06.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 17.11.2002


Wenn wir von einer Krise sprechen, verbinden wir damit die Annahme, dass es sich um etwas handelt, das sich unter günstigen Umständen vermeiden lässt. Diese Annahme ist in Bezug auf die kindliche Entwicklung falsch: Der Weg eines Kindes ist gepflastert mit Krisen. Krisen gehören zur normalen Entwicklung. Selbst die kompetentesten Eltern und Erzieher können sie nie ganz vermeiden.



Prof. Dr. Marianne Gronemeyer Prof. Dr. Marianne Gronemeyer
Die Grenze. Was uns verbindet indem es trennt

Sendezeit: So 21.06.2020, 07:30h


Grenzen - seit Menschengedenken arbeiten wir uns an ihnen ab. Kinder testen ihre Grenzen aus, Ländergrenzen werden umkämpft und gesichert, und die letzte aller Grenzen, der Tod, wird durch moderne Medizin immer weiter hinausgezögert. Und während einerseits auf unheilvolle Weise immer mehr Grenzen verschwinden, vermehren sie sich auf der anderen Seite beliebig. In Form von Obergrenzen, Grenzwerten, Begrenzungen und Grenzüberschreitungen verschiedenster Art. Je mehr wir versuchen, Grenzen zu überwinden und aufzulösen, desto stärker scheinen sie zurückzukehren. An den Grenzen scheiden sich die Geister. Entgrenzung und neue Grenzsetzungen überlagern sich in einem paradoxen Durcheinander, das klare Aussagen unmöglich macht. Das Äußerste, was sich sagen ließe ist, dass sie Hüterinnen der Verschiedenheit sind. Und darum wichtig und unverzichtbar, denn sie verbinden, indem sie trennen.



Prof. Dr. Gerald Hüther Prof. Dr. Gerald Hüther
Biologie der Liebe. Über die Kraft, die das Leben im Innersten zusammenhält

Sendezeit: So 28.06.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 14.01.2001


Seit Charles Darwin machen die Naturforscher für die Herausbildung der Formenvielfalt des Lebendigen vor allem ein Grundprinzip verantwortlich: Das Prinzip der Konkurrenz. Natürliche Auslese, das Überleben der Besten im "Kampf ums Dasein". Gerald Hüther meint, dass bei dieser Theorie ein anderes entscheidendes Prinzip vernachlässigt wird, das Paare, Gruppen und nicht zuletzt auch die menschliche Gemeinschaft im Innersten zusammenhält, nämlich die Liebe.



Prof. Dr. Arno Gruen Prof. Dr. Arno Gruen
Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition

Sendezeit: So 05.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 19.10.2014


Wir leben in einer zunehmend durchkonstruierten Welt, die von Kampf, Wettbewerb, Profit und Isolation bestimmt ist. Die Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Informatik beeinflussen und dominieren uns. Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Emotionen befreit ist. Aber Denken ohne Gefühl, so der Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen, führt in eine Scheinwelt aus Abstraktionen. Es macht uns unfähig, unsere Wirklichkeit unmittelbar und mitfühlend wahrzunehmen. Indem das abstrakte Denken, also das Kognitive, zunehmend das Empathische in uns verdrängt, entfernen wir uns immer weiter von dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben.



Prof. Dr. Ute Frevert Prof. Dr. Ute Frevert
Vergängliche Gefühle

Sendezeit: So 12.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.10.2014


Gefühle sind flüchtig und instabil, sie haben eine zeitliche Struktur und dauern gemeinhin nicht ewig. Wut steigt auf, bricht los und ebbt ab. Gleiches gilt für Freude, Angst, Trauer. Gefühle sind aber nicht nur per se vergänglich, sie sind es auch in der historischen Zeit. Es gibt Gefühle - zum Beispiel Ehre -, die uns fremd geworden sind, die aber unseren Groß- und Urgroßeltern noch vertraut waren. Umgekehrt finden heute Empfindungen großen Anklang - wie Empathie und Mitleid -, um die sich vormoderne Gesellschaften kaum scherten. Ute Frevert geht in ihrem Vortrag der Frage nach, wie sich solche emotionalen Konjunkturen erklären lassen, und zeigt damit, wie sich Emotionen in der und durch die Geschichte wandeln.