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Sommerwiederholungen 20 (19.07.20 - 06.09.20)

Prof. Dr. Hannelore Schlaffer Prof. Dr. Hannelore Schlaffer
Emanzipation - Ein Kleiderwechsel

Sendezeit: So 19.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 16.02.2020


Die Geschichte der Emanzipation – jene Schritte der Frau in die Gleichberechtigung, in die Unabhängigkeit vom Mann und ihr Eintritt ins Berufsleben – ist vielfach beschrieben. Wie sich jedoch die Emanzipation in den Winkeln des Alltagslebens niederschlug, wie dort Verhaltensweisen und Lebensformen dem Stil der neuen Frau angepasst wurden, ist wenig bekannt. Hannelore Schlaffer richtet in diesem Vortrag das Augenmerk auf diese stilbildenden Nebensächlichkeiten am Rande der großen Bewegung. Sie geht der Frage nach, wie etwa Kleidermoden, wie Charakter und Farbe der Wohnungseinrichtungen, wie Mimik und Gang der Frau sich verändert haben und ihrem Leben mehr Freiheit geben, als es die großen Programme der Emanzipation je vorsehen konnten.



 Ariadne von Schirach Ariadne von Schirach
Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden

Sendezeit: So 26.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 01.03.2020


Selbstmordattentäter, Geflüchtete, populistische Präsidenten, das Klima, eine durchökonomisierte Welt… Der krisenhafte Zustand, in dem wir stecken, hat viele Gründe. Und er betrifft schon lange nicht mehr nur das Sichtbare, sondern er reicht tief in das Unsichtbare hinein: in das Soziale, in den Umgang mit uns selbst, den anderen und der Welt. Alles haben wir zum Marktwert degradiert. Das Resultat, so Ariadne von Schirach, ist eine psychotische Gesellschaft, deren Mitglieder unfähig sind, angemessen und wertschätzend miteinander umzugehen. In diesem Vortrag mahnt sie, uns an unsere Würde, unsere Träume und unsere Verantwortung für unser eigenes und unser gemeinsames Leben zu erinnern.



 Uwe Schneidewind Uwe Schneidewind
Zukunftskunst. Gelingt uns die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung?

Sendezeit: So 02.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 06.10.2019


Wachstum ist immer noch das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Credo. Allerdings wird immer unabweisbarer, dass wir damit längst an die ökologischen Grenzen des Planeten stoßen. Inzwischen streiken Schulkinder für eine bessere Klimapolitik und eine bayrische Petition gegen das Insektensterben erhält 1,7 Millionen Unterschriften. Energiewende, Ernährungswende, Mobilitätswende - der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird immer lauter. Uwe Schneidewind skizziert in diesem Vortrag, wie die Gestaltung einer Zukunft aussehen könnte, die den drängenden Herausforderungen gerecht wird.



Prof. Dr. Matthias Glaubrecht Prof. Dr. Matthias Glaubrecht
Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten

Sendezeit: So 09.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 08.03.2020


Während wir viel über den Klimawandel reden, spielt sich weltweit vor unseren Augen eine biologische Tragödie ab, über deren Dramatik und Dimension wir uns nicht annähernd bewusst zu sein scheinen: ein rasanter Verlust an Biodiversität, der größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch ist heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen - auch seine eigene - gefährdet. Matthias Glaubrecht umreißt in diesem Vortrag, wie der Mensch entstand und mit seiner evolutiv erfolgreichen Pioniermentalität zum stärksten Treiber geologischer und ökologischer Prozesse auf der Erde wurde. Doch mit seiner exponentiell ansteigenden Bevölkerung von geschätzt 11 Milliarden am Ende dieses Jahrhunderts und dem dadurch bedingten enormen Ressourcenverbrauch manövriert er andere Arten und schließlich auch sich selbst zunehmend ins Aus. Ist das Ende der Evolution noch aufzuhalten?



Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier
Die Warnung. Über die schleichende Erosion des Rechtsstaats

Sendezeit: So 16.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 15.03.2020


Vor dem Gesetz sind alle gleich. Doch was geschieht, wenn geltendes Recht nicht mehr für jeden gilt und nicht ausnahmslos greift? Wenn gefällte Urteile nicht vollzogen werden? Wenn sich Parallelgesellschaften bilden, die Gesetze nicht respektieren? Wenn der Staat auf neue Entwicklungen nicht angemessen reagiert, und wenn die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit verloren geht? Hans-Jürgen Papier beobachtet mit Sorge die fortschreitende Erosion unseres Rechtsstaats, der zunehmend an Stabilität, Autorität und Autonomie verliert. Freiheit und Sicherheit erscheinen vielen heute selbstverständlich, doch sie sind hart erkämpft und müssen auch heute noch geschützt werden. Nur wenn Verfassung und Gesetz ausnahmslos geachtet und durchgesetzt und willkürliche politische Entscheidungen nicht zugelassen werden, können die bürgerlichen Freiheiten gesichert und gewahrt werden.



Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Bildungshumanismus und Digitalisierung. Wie gestalten wir das Lernen der Zukunft?

Sendezeit: So 23.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 10.11.2019


Die Grundidee des Humanismus ist, dass Menschen Autorinnen oder Autoren ihres Lebens sind, dass sie imstande sind verantwortlich zu handeln. Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Bedingungen für die Realisierung dieses Menschenbildes zu schaffen. Sie nimmt den ganzen Menschen in den Blick und bemüht sich darum, eine Kohärenz emotiver und kognitiver, ästhetischer und ethischer Erfahrungen und Einstellungen zu entwickeln. Die große Herausforderung der Bildung in Zeiten der Digitalisierung besteht darin, den aktuellen Trend zur Daten-Ökonomie in eine Entwicklung zur Wissensgesellschaft zu transformieren. Wissen aber verlangt Urteilskraft. Erst die Bewertung und Einordnung und Interpretation von Daten kann Wissen konstituieren. Bislang leben wir infolge der Digitalisierung nicht in einer Wissensgesellschaft, sondern allenfalls in einer Datengesellschaft. Der digitale Humanismus fordert, die neuen Technologien zum Wohl der Menschen einzusetzen, sich nicht in transhumanistischen Utopien zu verlieren, keine Roboter als Menschenersatz einzusetzen, sondern die menschlichen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.



 Arno Luik Arno Luik
Schaden in der Oberleitung. Über das Desaster der Deutschen Bahn

Sendezeit: So 30.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 24.05.2020


Verspätungen, Zugausfälle, marode Schienen, veraltetes Material, Personalmangel… Die deutsche Bahn ist eine Zumutung - und das in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende! Wie konnte ein einstmals gut funktionierendes Unternehmen dermaßen aus dem Ruder laufen? Über 170 Jahre lang war die deutsche Bahn eine Institution, deren Geschäft das Bahnfahren in Deutschland war – und sonst nichts. Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse gebracht werden sollte, wurde die „Bahn AG“ zu einem Konzern mit fast 1000 Firmen umstrukturiert. Und während sie als Global Player der Logistik- und Mobilitätsbranche in über 140 Ländern rund um den Globus aktiv wurde und dafür enorme Milliardenbeträge benötigte, während sich die Vorstandsgehälter um ein Mehrfaches steigerten, wurde das heimische Streckennetz abgebaut, unterblieben notwendige Reparaturarbeiten und Investitionen. Dafür fließt viel Steuergeld in unfassbar teure und fragwürdige Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Münchens zweite Stammstrecke...



 Daniel Goffart Daniel Goffart
Das Ende der Mittelschicht

Sendezeit: So 06.09.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 26.04.2020


Wir erleben derzeit, wie fragil der gesellschaftliche Zusammenhalt ist und wie schnell der Grundkonsens unserer freien westlichen Wertegemeinschaft infrage gestellt wird. Während die Schere zwischen Arm und Reich inzwischen empörend weit auseinanderklafft, ist es vor allem die Mittelschicht, die zum Lastesel des deutschen Sozial- und Steuerstaates gemacht wurde. Verharmlosungen und Beschwichtigungen in Politik und Wirtschaft, so Daniel Goffart, nutzen nichts. Die Mittelschicht muss Abschied nehmen von der Welt, wie wir sie kannten. Hunderte Berufe werden verschwinden, und niemand weiß, wie unsere sozialen Sicherungssysteme überleben sollen. Was aber geschieht mit einer Gesellschaft, die auf Teilhabe, Arbeit und dem Wohlstand einer breiten Mittelschicht beruht? Wie schaffen wir einen fairen Ausgleich? Wie kann die Wertschöpfung im Zeitalter der Digitalisierung gerecht verteilt werden?