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März 2019

Dr. Gernot Erler Dr. Gernot Erler
Weltordnung ohne Westen? Europa zwischen Russland, China und Amerika

Sendezeit: So 10.03.2019, 07:30h


Die Jahrzehnte gültige Weltordnung ist erschüttert und neue globale Machtverhältnisse entstehen. Von einem „Post-West-Zeitalter“ ist die Rede, in Moskau wie Peking erhebt man den Anspruch, Ordnungsmacht auch im globalen Maßstab zu sein. Dabei trifft die in der Krise steckende Europäische Union vor allem auf drei große Player: Russland mit einem zwischen Kooperation und Konfliktbereitschaft pendelnden Putin. Das durch seinen wirtschaftlichen Aufstieg mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattete China. Die USA mit der „America First“-Politik eines unberechenbaren Donald Trump. Welche Optionen hat Europa in dieser Situation? Kann die EU der Dynamik der neuen Ordnungsmächte etwas entgegensetzen? Sind die europäischen Werte noch durchsetzbar? Und welchen Einfluss hat Deutschland?



Dr. Mikko Huotari Dr. Mikko Huotari
Chinas Finanzmacht und Südostasien. Ordnungsfaktor oder neue Abhängigkeit?

Sendezeit: So 17.03.2019, 07:30h


2018 war das Jahr, in dem Chinas Investitionen und Kredite weltweit zu einem Politikum wurden. Im August erklärte der indonesische Premierminister Mahathir mit direktem Bezug auf chinesisch finanzierte Großprojekte: „We do not want a situation where there is a new version of colonialism happening“. Wenig später sprach der amerikanische Vize-Präsident auf dem APEC-Gipfel in Papua-Neuguinea von Chinas „Schuldenfallen-Diplomatie“. Im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit stehen vor allem die negativen Aspekte von Chinas neuer „Finanzmacht“: eine wachsende Abhängigkeit von China und finanzieller Einfluss als Störfaktor für regionale Ordnungsbildung. Der Vortrag von Mikko Huotari erörtert, dass diese Einordnung zu kurz greift. Er beleuchtet chinesische Initiativen zur Bereitstellung von Krisenliquidität und längerfristigen Entwicklungskrediten und zeigt, wie sich die inneren Spannungen im chinesischen Entwicklungsmodell, im Finanzsystem sowie in Pekings außenpolitischen Ambitionen zunehmend auf die Region übertragen.



Prof. Dr. Sandra Destradi Prof. Dr. Sandra Destradi
Indien und der Globale Süden. Engagement und Zurückhaltung einer aufstrebenden Macht

Sendezeit: So 24.03.2019, 07:30h


Der Optimismus über die Rolle „aufstrebender Mächte“ in der Weltpolitik hat in den vergangenen Jahren, insbesondere seit den innenpolitischen Krisen in Südafrika und Brasilien, deutlich nachgelassen. Neben China bleibt nur Indien, mit stabilen Wachstumsraten von etwa 7%, eine bedeutsame Wirtschaftsmacht. Auch außenpolitisch ist Indien ein relevanter internationaler Akteur, der seine Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens systematisch ausbaut, auch wenn diese Aktivitäten in der medialen Berichterstattung oft ignoriert werden. Der Vortrag beleuchtet die Rolle Indiens als Geberland und Krisenmanager im Globalen Süden und fragt nach den Gründen für Indiens Mischung aus Engagement und Zurückhaltung. Unter dem amtierenden hindu-nationalistischen Premierminister Modi zählt dazu das Streben nach Weltmachtstatus, allerdings gepaart mit beschränkten Handlungsmöglichkeiten in einem konfliktreichen regionalen Umfeld.



Prof. Dr. Hans-Henning Schröder Prof. Dr. Hans-Henning Schröder
„Der Platz an der Sonne“. Russland als Großmacht in einer multipolaren Welt?

Sendezeit: So 31.03.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 22.02.2015


Das außenpolitische Denken der russischen Führung war in der Vergangenheit vor allem auf zwei Ideen fixiert: auf Russlands Rolle als Großmacht und Vormacht im eurasischen Raum und auf die USA als notorischen Feind, der versucht, Russland zu schwächen und zurückzudrängen. Allerdings verfügt Russland mit seiner rohstoffabhängigen Wirtschaft und seinem geringen Innovationspotential nicht über die Ressourcen, um glaubhaft die Rolle einer Großmacht zu spielen. Das Integrationsprojekt der „Eurasischen Union“ dient deshalb auch dazu, sich des eigenen Großmachtstatus zu versichern. Der Vortrag von Hans-Henning Schröder aus dem Jahr aus dem Jahr 2015 beleuchtet die russische Perspektive auf die Weltpolitik.