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September 2019

Prof. Dr. Wolfgang Streeck Prof. Dr. Wolfgang Streeck
Politische Stagnation - Reflexionen über einen unhaltbaren Zustand

Sendezeit: So 01.09.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 14.04.2019


In den drei Jahrzehnten nach 1945 schien ein von den USA international koordinierter sozialdemokratischer Keynsianismus die Spannungen zwischen internationalem Kapitalismus und nationaler Demokratie beigelegt zu haben. Spätestens in den 80er-Jahren kehrte jedoch der Neoliberalismus als Versuch zurück, nationale Politik im Zuge der sogenannten „Globalisierung“ von wirtschaftlicher Einflussnahme auszuschließen. Seit der Krise 2008 lässt sich weltweit eine Inanspruchnahme nationaler demokratischer Institutionen durch neue, als „populistisch“ bezeichnete politische Kräfte beobachten, meist von rechts, aber auch von links, die sich der wirtschaftlichen Neutralisierung des Nationalstaats zugunsten selbstregierender unbegrenzter Märkte widersetzen. In zahlreichen Ländern des früheren „Westens“ ist das Resultat ein politisch-kultureller Grabenkrieg, der von politischer Stagnation begleitet wird. Wie genau stellt sich diese, insbesondere in Europa und Deutschland, dar?



Sir Paul Tucker Sir Paul Tucker
Die politische Unabhängigkeit der Zentralbanken und das Problem ihrer verfassungsmäßigen Kontrolle

Sendezeit: So 08.09.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 28.04.2019


Die von der Tagespolitik weitgehend abgekoppelte Entwicklung der EZB und anderer unabhängiger Instanzen der Geldpolitik hat dazu geführt, dass die heutigen Zentralbanken mit regulatorischen und quasi-fiskalischen Vollmachten ausgestattet sind, die sie neben der Justiz und dem Militär zu Säulen einer nichtgewählten Regierung machen. Die Lücke in der Verfassungsordnung macht deutlich, wie sehr sich politische Theorie und institutionelle Praxis auseinander entwickelt haben. Der Vortrag will die prinzipiellen Beschränkungen aufzeigen, die nötig sind, um die Unabhängigkeit der Zentralbanken mit demokratischen Werten, der Herrschaft des Rechts und einem verfassungsmäßigen Handeln in Einklang zu bringen. Im Zentrum stehen eine glaubwürdige Verpflichtung, die demokratische Wahl, der Wert einer eingehenden öffentlichen Debatte und die Notwendigkeit klarer Ziele, deren Einhaltung kontrolliert werden kann.



Prof. Dr. Jan Assmann Prof. Dr. Jan Assmann
Achsenzeit. Eine Archäologie der Moderne

Sendezeit: So 15.09.2019, 07:30h


Um das 6. Jahrhundert vor Christus traten in verschiedenen Kulturräumen der Welt Philosophen und Propheten auf, die das bisherige mythische Denken überwanden: Konfuzius und Laotse in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien, die Propheten des Alten Israel und die Philosophen in Griechenland. Wie kam es zu dieser Gleichzeitigkeit? Standen die Philosophen und Weisen von China bis Griechenland miteinander in Verbindung? Zeigt sich hier die Einheit der Menschheit, deren Geschichte sich nach einem festgelegten Programm entfaltet? Jan Assmann beschreibt, wie Historiker und Philosophen seit der Aufklärung diese erstaunliche Gleichzeitigkeit erklärt und darin die geistigen Grundlagen der Moderne gesucht haben. Auch wenn die Annahme einer „Achsenzeit“ der Weltgeschichte einer historischen Überprüfung nicht standhält, so ermöglicht sie uns dennoch, verschiedene Kulturen gleichzeitig und gleichberechtigt in den Blick zu nehmen und eine eurozentristische Sicht auf die Geschichte zu überwinden.



Prof. Dr. Jared Diamond Prof. Dr. Jared Diamond
Kollaps. Was wir aus dem Untergang menschlicher Gesellschaften lernen können

Sendezeit: So 22.09.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.10.2005


Es gibt Gesellschaften und Kulturen, die auch nach Tausenden von Jahren noch existieren und gedeihen. Andere hingegen sind zugrunde gegangen oder völlig verschwunden, wie die Maya in Zentralamerika, die Wikinger in Grönland oder die Kultur der Osterinseln im Pazifik. Welche Faktoren spielen eine Rolle für den Erfolg oder den Untergang einer Gesellschaft? Warum gelang es manchen Gesellschaften, Probleme erfolgreich zu lösen, die sich für andere als unlösbar erwiesen? Und welche Schlüsse können wir aus den Schicksalen vergangener Gesellschaften ziehen, die uns dabei helfen könnten, unsere heutigen Probleme zu meistern?



Prof. Dr. Gernot Wagner Prof. Dr. Gernot Wagner
Klimaschock. Über die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimawandels

Sendezeit: So 29.09.2019, 07:30h


Warum unternehmen wir nicht viel mehr, um unseren Planeten vor dem Klimawandel zu schützen? Die Tatsachen, über die wir bereits Bescheid wissen, wie zum Beispiel der steigende Meeresspiegel, sind gefährlich genug. Aber noch viel schlimmer könnte sein, was wir nicht wissen – und auch gar nicht wissen können: etwa was das als kurzfristige Lösung des Klimaproblems angedachte „Geo Engineering“, also die künstliche Beeinflussung des Klimas, tatsächlich anrichten könnte. Wollen wir uns dieses Risiko wirklich leisten? Gernot Wagner macht deutlich, dass es nicht um die Wahl zwischen Wirtschaftswachstum oder Klima geht. Es geht darum, unser tägliches Handeln mit dem Klimaschutz in Einklang zu bringen und diesen wie eine persönliche Versicherung zu betrachten: als eine Frage des Risikomanagements in einem globalen, für die gesamte Menschheit existenziellen Ausmaß.