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Mai 2020

Prof. Dr. Andreas Reckwitz Prof. Dr. Andreas Reckwitz
Die Spätmoderne und ihre Drei-Klassen-Gesellschaft

Sendezeit: So 03.05.2020, 07:30h


In den Gesellschaften des globalen Nordens erlebt die Sozialstruktur in den letzten Jahrzehnten eine tiefgreifende Veränderung. Andreas Reckwitz beschreibt, dass es sich dabei nicht nur um eine Verstärkung sozioökonomischer Ungleichheiten handelt, sondern auch um die Spaltung der ehemaligen Mittelstandsgesellschaft der industriellen Moderne. Während in der Spätmoderne eine neue, hochqualifizierte Mittelklasse emporsteigt, rutschen große Teile der ehemaligen Mittelklasse in prekäre Verhältnisse ab. Der Vortrag fragt nach den Ursachen, den Strukturmerkmalen und den künftigen Folgen dieser Entwicklung.



Prof. Dr. Axel Börsch-Supan Prof. Dr. Axel Börsch-Supan
Generationenvertrag, Alterung und Digitalisierung. Passt das noch zusammen?

Sendezeit: So 10.05.2020, 07:30h


„Die Rente ist sicher“ beruhigte uns der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm im Wahlkampf 1986. Und er wiederholte diesen legendären Satz 1997, als nach hitziger Debatte die umstrittene Rentenreform beschlossen wurde. Schon damals ging es darum, die Rentenversicherung an den demographischen Wandel anzupassen. Denn es war klar, dass die Rente nur so lange sicher ist, wie sie an die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Heute müssen wir neben Renteneintrittsalter, Lebensarbeitszeit und steigender Lebenserwartung noch den dramatischen Verlust von Arbeitsplätzen durch neue Technologie und Digitalisierung in den Blick nehmen. Ist die verbreitete Angst vor neuer Altersarmut begründet? Wie sieht die Zukunft unserer sozialen Sicherungssysteme aus?



Prof. Dr. Tim Engartner Prof. Dr. Tim Engartner
Staat im Ausverkauf. Privatisierung in Deutschland

Sendezeit: So 17.05.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 25.11.2018


Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, »Verzögerungen im Betriebsablauf« bei der Deutschen Bahn. Mit dem Argument, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und bürgernäher machen, schüttelt der Staat immer mehr öffentliche Aufgaben ab. Unternehmen wie die Deutsche Bundespost, die Deutsche Bundesbahn, die Deutsche Lufthansa, die Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahn (nunmehr Tank und Rast GmbH) - sie alle wurden privatisiert. Dabei kann von der in Aussicht gestellten Entlastung der öffentlichen Haushalte keine Rede sein, jedenfalls dann nicht, wenn man die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung betrachtet. Anhand besonders eindrücklicher Beispiele analysiert Tim Engartner die Privatisierungen in Deutschland und macht deutlich: Diese Politik, die von allen regierenden Parteien betrieben wurde und immer noch wird, ist nicht alternativlos!



 Arno Luik Arno Luik
Schaden in der Oberleitung. Über das Desaster der Deutschen Bahn

Sendezeit: So 24.05.2020, 07:30h


Verspätungen, Zugausfälle, marode Schienen, veraltetes Material, Personalmangel… Die deutsche Bahn ist eine Zumutung - und das in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende! Wie konnte ein einstmals gut funktionierendes Unternehmen dermaßen aus dem Ruder laufen? Über 170 Jahre lang war die deutsche Bahn eine Institution, deren Geschäft das Bahnfahren in Deutschland war – und sonst nichts. Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse gebracht werden sollte, wurde die „Bahn AG“ zu einem Konzern mit fast 1000 Firmen umstrukturiert. Und während sie als Global Player der Logistik- und Mobilitätsbranche in über 140 Ländern rund um den Globus aktiv wurde und dafür enorme Milliardenbeträge benötigte, während sich die Vorstandsgehälter um ein Mehrfaches steigerten, wurde das heimische Streckennetz abgebaut, unterblieben notwendige Reparaturarbeiten und Investitionen. Dafür fließt viel Steuergeld in unfassbar teure und fragwürdige Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Münchens zweite Stammstrecke...