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Referenten alphabetisch

Juli 2020

Prof. Dr. Arno Gruen Prof. Dr. Arno Gruen
Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition

Sendezeit: So 05.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 19.10.2014


Wir leben in einer zunehmend durchkonstruierten Welt, die von Kampf, Wettbewerb, Profit und Isolation bestimmt ist. Die Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Informatik beeinflussen und dominieren uns. Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Emotionen befreit ist. Aber Denken ohne Gefühl, so der Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen, führt in eine Scheinwelt aus Abstraktionen. Es macht uns unfähig, unsere Wirklichkeit unmittelbar und mitfühlend wahrzunehmen. Indem das abstrakte Denken, also das Kognitive, zunehmend das Empathische in uns verdrängt, entfernen wir uns immer weiter von dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben.



Prof. Dr. Ute Frevert Prof. Dr. Ute Frevert
Vergängliche Gefühle

Sendezeit: So 12.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.10.2014


Gefühle sind flüchtig und instabil, sie haben eine zeitliche Struktur und dauern gemeinhin nicht ewig. Wut steigt auf, bricht los und ebbt ab. Gleiches gilt für Freude, Angst, Trauer. Gefühle sind aber nicht nur per se vergänglich, sie sind es auch in der historischen Zeit. Es gibt Gefühle - zum Beispiel Ehre -, die uns fremd geworden sind, die aber unseren Groß- und Urgroßeltern noch vertraut waren. Umgekehrt finden heute Empfindungen großen Anklang - wie Empathie und Mitleid -, um die sich vormoderne Gesellschaften kaum scherten. Ute Frevert geht in ihrem Vortrag der Frage nach, wie sich solche emotionalen Konjunkturen erklären lassen, und zeigt damit, wie sich Emotionen in der und durch die Geschichte wandeln.



Prof. Dr. Hannelore Schlaffer Prof. Dr. Hannelore Schlaffer
Emanzipation - Ein Kleiderwechsel

Sendezeit: So 19.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 16.02.2020


Die Geschichte der Emanzipation – jene Schritte der Frau in die Gleichberechtigung, in die Unabhängigkeit vom Mann und ihr Eintritt ins Berufsleben – ist vielfach beschrieben. Wie sich jedoch die Emanzipation in den Winkeln des Alltagslebens niederschlug, wie dort Verhaltensweisen und Lebensformen dem Stil der neuen Frau angepasst wurden, ist wenig bekannt. Hannelore Schlaffer richtet in diesem Vortrag das Augenmerk auf diese stilbildenden Nebensächlichkeiten am Rande der großen Bewegung. Sie geht der Frage nach, wie etwa Kleidermoden, wie Charakter und Farbe der Wohnungseinrichtungen, wie Mimik und Gang der Frau sich verändert haben und ihrem Leben mehr Freiheit geben, als es die großen Programme der Emanzipation je vorsehen konnten.



 Ariadne von Schirach Ariadne von Schirach
Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden

Sendezeit: So 26.07.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 01.03.2020


Selbstmordattentäter, Geflüchtete, populistische Präsidenten, das Klima, eine durchökonomisierte Welt… Der krisenhafte Zustand, in dem wir stecken, hat viele Gründe. Und er betrifft schon lange nicht mehr nur das Sichtbare, sondern er reicht tief in das Unsichtbare hinein: in das Soziale, in den Umgang mit uns selbst, den anderen und der Welt. Alles haben wir zum Marktwert degradiert. Das Resultat, so Ariadne von Schirach, ist eine psychotische Gesellschaft, deren Mitglieder unfähig sind, angemessen und wertschätzend miteinander umzugehen. In diesem Vortrag mahnt sie, uns an unsere Würde, unsere Träume und unsere Verantwortung für unser eigenes und unser gemeinsames Leben zu erinnern.