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August 2020

 Uwe Schneidewind Uwe Schneidewind
Zukunftskunst. Gelingt uns die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung?

Sendezeit: So 02.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 06.10.2019


Wachstum ist immer noch das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Credo. Allerdings wird immer unabweisbarer, dass wir damit längst an die ökologischen Grenzen des Planeten stoßen. Inzwischen streiken Schulkinder für eine bessere Klimapolitik und eine bayrische Petition gegen das Insektensterben erhält 1,7 Millionen Unterschriften. Energiewende, Ernährungswende, Mobilitätswende - der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird immer lauter. Uwe Schneidewind skizziert in diesem Vortrag, wie die Gestaltung einer Zukunft aussehen könnte, die den drängenden Herausforderungen gerecht wird.



Prof. Dr. Matthias Glaubrecht Prof. Dr. Matthias Glaubrecht
Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten

Sendezeit: So 09.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 08.03.2020


Während wir viel über den Klimawandel reden, spielt sich weltweit vor unseren Augen eine biologische Tragödie ab, über deren Dramatik und Dimension wir uns nicht annähernd bewusst zu sein scheinen: ein rasanter Verlust an Biodiversität, der größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch ist heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen - auch seine eigene - gefährdet. Matthias Glaubrecht umreißt in diesem Vortrag, wie der Mensch entstand und mit seiner evolutiv erfolgreichen Pioniermentalität zum stärksten Treiber geologischer und ökologischer Prozesse auf der Erde wurde. Doch mit seiner exponentiell ansteigenden Bevölkerung von geschätzt 11 Milliarden am Ende dieses Jahrhunderts und dem dadurch bedingten enormen Ressourcenverbrauch manövriert er andere Arten und schließlich auch sich selbst zunehmend ins Aus. Ist das Ende der Evolution noch aufzuhalten?



Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier
Die Warnung. Über die schleichende Erosion des Rechtsstaats

Sendezeit: So 16.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 15.03.2020


Vor dem Gesetz sind alle gleich. Doch was geschieht, wenn geltendes Recht nicht mehr für jeden gilt und nicht ausnahmslos greift? Wenn gefällte Urteile nicht vollzogen werden? Wenn sich Parallelgesellschaften bilden, die Gesetze nicht respektieren? Wenn der Staat auf neue Entwicklungen nicht angemessen reagiert, und wenn die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit verloren geht? Hans-Jürgen Papier beobachtet mit Sorge die fortschreitende Erosion unseres Rechtsstaats, der zunehmend an Stabilität, Autorität und Autonomie verliert. Freiheit und Sicherheit erscheinen vielen heute selbstverständlich, doch sie sind hart erkämpft und müssen auch heute noch geschützt werden. Nur wenn Verfassung und Gesetz ausnahmslos geachtet und durchgesetzt und willkürliche politische Entscheidungen nicht zugelassen werden, können die bürgerlichen Freiheiten gesichert und gewahrt werden.



Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Bildungshumanismus und Digitalisierung. Wie gestalten wir das Lernen der Zukunft?

Sendezeit: So 23.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 10.11.2019


Die Grundidee des Humanismus ist, dass Menschen Autorinnen oder Autoren ihres Lebens sind, dass sie imstande sind verantwortlich zu handeln. Eine humane Bildungspraxis ist darauf gerichtet, die Bedingungen für die Realisierung dieses Menschenbildes zu schaffen. Sie nimmt den ganzen Menschen in den Blick und bemüht sich darum, eine Kohärenz emotiver und kognitiver, ästhetischer und ethischer Erfahrungen und Einstellungen zu entwickeln. Die große Herausforderung der Bildung in Zeiten der Digitalisierung besteht darin, den aktuellen Trend zur Daten-Ökonomie in eine Entwicklung zur Wissensgesellschaft zu transformieren. Wissen aber verlangt Urteilskraft. Erst die Bewertung und Einordnung und Interpretation von Daten kann Wissen konstituieren. Bislang leben wir infolge der Digitalisierung nicht in einer Wissensgesellschaft, sondern allenfalls in einer Datengesellschaft. Der digitale Humanismus fordert, die neuen Technologien zum Wohl der Menschen einzusetzen, sich nicht in transhumanistischen Utopien zu verlieren, keine Roboter als Menschenersatz einzusetzen, sondern die menschlichen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.



 Arno Luik Arno Luik
Schaden in der Oberleitung. Über das Desaster der Deutschen Bahn

Sendezeit: So 30.08.2020, 07:30h
Erstausstrahlung: So 24.05.2020


Verspätungen, Zugausfälle, marode Schienen, veraltetes Material, Personalmangel… Die deutsche Bahn ist eine Zumutung - und das in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende! Wie konnte ein einstmals gut funktionierendes Unternehmen dermaßen aus dem Ruder laufen? Über 170 Jahre lang war die deutsche Bahn eine Institution, deren Geschäft das Bahnfahren in Deutschland war – und sonst nichts. Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse gebracht werden sollte, wurde die „Bahn AG“ zu einem Konzern mit fast 1000 Firmen umstrukturiert. Und während sie als Global Player der Logistik- und Mobilitätsbranche in über 140 Ländern rund um den Globus aktiv wurde und dafür enorme Milliardenbeträge benötigte, während sich die Vorstandsgehälter um ein Mehrfaches steigerten, wurde das heimische Streckennetz abgebaut, unterblieben notwendige Reparaturarbeiten und Investitionen. Dafür fließt viel Steuergeld in unfassbar teure und fragwürdige Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Münchens zweite Stammstrecke...