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Chinas Finanzmacht und Südostasien
Ordnungsfaktor oder neue Abhängigkeit?

Dr. Mikko Huotari
Sendezeit: So. 17.03.2019, 7.30h

Zum Vortrag

2018 war das Jahr, in dem Chinas Investitionen und Kredite weltweit zu einem Politikum wurden. Im August erklärte der indonesische Premierminister Mahathir mit direktem Bezug auf chinesisch finanzierte Großprojekte: „We do not want a situation where there is a new version of colonialism happening“. Wenig später sprach der amerikanische Vize-Präsident auf dem APEC-Gipfel in Papua-Neuguinea von Chinas „Schuldenfallen-Diplomatie“. Im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit stehen vor allem die negativen Aspekte von Chinas neuer „Finanzmacht“: eine wachsende Abhängigkeit von China und finanzieller Einfluss als Störfaktor für regionale Ordnungsbildung. Der Vortrag von Mikko Huotari erörtert, dass diese Einordnung zu kurz greift. Er beleuchtet chinesische Initiativen zur Bereitstellung von Krisenliquidität und längerfristigen Entwicklungskrediten und zeigt, wie sich die inneren Spannungen im chinesischen Entwicklungsmodell, im Finanzsystem sowie in Pekings außenpolitischen Ambitionen zunehmend auf die Region übertragen.

Zur Person

Dr. Mikko Huotari ist stellvertretender Direktor am Mercator Institute for China Studies (MERICS) in Berlin. MERICS ist Europas größtes und unabhängiges Forschungsinstitut für gegenwartsbezogene und praxisorientierte Chinaforschung.