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Indien und der Globale Süden
Engagement und Zurückhaltung einer aufstrebenden Macht

Prof. Dr. Sandra Destradi
Sendezeit: So. 24.03.2019, 7.30h

Zum Vortrag

Der Optimismus über die Rolle „aufstrebender Mächte“ in der Weltpolitik hat in den vergangenen Jahren, insbesondere seit den innenpolitischen Krisen in Südafrika und Brasilien, deutlich nachgelassen. Neben China bleibt nur Indien, mit stabilen Wachstumsraten von etwa 7%, eine bedeutsame Wirtschaftsmacht. Auch außenpolitisch ist Indien ein relevanter internationaler Akteur, der seine Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens systematisch ausbaut, auch wenn diese Aktivitäten in der medialen Berichterstattung oft ignoriert werden. Der Vortrag beleuchtet die Rolle Indiens als Geberland und Krisenmanager im Globalen Süden und fragt nach den Gründen für Indiens Mischung aus Engagement und Zurückhaltung. Unter dem amtierenden hindu-nationalistischen Premierminister Modi zählt dazu das Streben nach Weltmachtstatus, allerdings gepaart mit beschränkten Handlungsmöglichkeiten in einem konfliktreichen regionalen Umfeld.

Zur Person

Prof. Dr. Sandra Destradi lehrt Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr Hamburg. Sie leitet den Forschungsschwerpunkt "Macht und Ideen" am Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Rolle aufstrebender Mächte in der internationalen Politik.