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Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?


Jürgen Kaube
Sendezeit: So. 29.11.2020, 7.30h

Zum Vortrag

Non scholae, sed vitae discimus - nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Das schrieb bereits der römische Autor Seneca an einen Freund. Aber trifft das für unsere Schulen zu? Der Eindruck, den Schule heute vermittelt, ist der einer Einrichtung, die so sehr mit tatsächlichen oder vermeintlichen Pflichten überhäuft ist, dass der Unterricht oft auch nur pflichtschuldig erteilt wird, anstatt den Verstand der Schüler anzuregen. Die Frage, warum sie das machen, was sie machen, entlockt vielen Schülern nur ein Achselzucken. Für Jürgen Kaube ist die Schule, wie sie jetzt ist, eine Fehlkonstruktion. Sie bringt den Schülern häufig Dinge bei, die sie weder brauchen noch verstehen, und die sie vor allem fast komplett wieder vergessen. Dabei reagiert die Schule viel zu stark auf immer neue Anforderungen, die von außen an sie gestellt werden. Kaube plädiert für eine Reduktion auf das Wesentliche: Kinder sollen neben den Kulturtechniken vor allem Denken lernen, Urteilskraft und Weltverständnis entwickeln, denn das verlangt eine sich rasant verändernde Welt mehr denn je.

Zur Person

Jürgen Kaube ist Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei der er zuvor das Ressort Geisteswissenschaften leitete und stellvertretender Feuilletonchef war. Er setzt sich seit Jahren kritisch mit dem deutschen Bildungssystem auseinander.