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Achsenzeit
Eine Archäologie der Moderne

Prof. Dr. Jan Assmann
Sendezeit: So. 15.09.2019, 7.30h

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Zum Vortrag

Um das 6. Jahrhundert vor Christus traten in verschiedenen Kulturräumen der Welt Philosophen und Propheten auf, die das bisherige mythische Denken überwanden: Konfuzius und Laotse in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien, die Propheten des Alten Israel und die Philosophen in Griechenland. Wie kam es zu dieser Gleichzeitigkeit? Standen die Philosophen und Weisen von China bis Griechenland miteinander in Verbindung? Zeigt sich hier die Einheit der Menschheit, deren Geschichte sich nach einem festgelegten Programm entfaltet? Jan Assmann beschreibt, wie Historiker und Philosophen seit der Aufklärung diese erstaunliche Gleichzeitigkeit erklärt und darin die geistigen Grundlagen der Moderne gesucht haben. Auch wenn die Annahme einer „Achsenzeit“ der Weltgeschichte einer historischen Überprüfung nicht standhält, so ermöglicht sie uns dennoch, verschiedene Kulturen gleichzeitig und gleichberechtigt in den Blick zu nehmen und eine eurozentristische Sicht auf die Geschichte zu überwinden.

Zur Person

Professor Dr. Jan Assmann lehrte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 Ägyptologie an der Universität Heidelberg. Seitdem ist er als Honorarprofessor für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz tätig. 2018 wurde er, gemeinsam mit seiner Ehefrau Aleida Assmann, mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.