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Mikroskop, Perspektiv und Luftballon.
Zum Problem der Wahrnehmung von Welt und Ich in der Goethezeit

Prof. Dr. Gerhard Neumann
Sendezeit: So. 07.01.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Mit dem Beginn der Moderne scheinen nicht mehr die wahrgenommenen Dinge allein und ihre Darstellung die Künstler zu beschäftigen, sondern gerade auch die technischen Medien der Wahrnehmung selbst, die Instrumente, mit denen Wahrnehmung geschärft und bewusst gemacht werden kann: wie das Mikroskop, das Fernrohr oder der eben erfundene Heißluftballon. Nicht nur die Bildende Kunst sondern auch die Literatur nimmt Bezug auf Geräte dieser Art. Der Vortrag versucht, Literaturgeschichte als Wahrnehmungsgeschichte zu beschreiben und sie damit kulturwissenschaftlich zu verankern. Professor Dr. Gerhard Neumann lehrte bis 2002 Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München.

Zur Person

Gerhard Neumann, geb. 1934; ab 1955 Studium in Freiburg i.Br., Wien und Paris, Habilitation in Freiburg 1972; Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg i. Br.; Ordinarius für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München; emeritiert seit 2003; seit 2005 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Hauptarbeitsgebiete: Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts, vergleichende Literaturwissenschaft, Gattungspoetik, Editionswissenschaft, Kulturwissenschaft; Publikationen zu Goethe, Kleist, Kafka, Canetti; zur deutschen Romantik; zur Methode der Literaturwissenschaft; zu Theorie und Geschichte des Aphorismus, des Epigramms, der Novelle, des Romans, der Lyrik unter komparatistischer Perspektive; Mitherausgeber der Kritischen Kafka-Ausgabe und des Hofmannsthal Jahrbuchs; Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Ausgewählte Veröffentlichungen