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Demokratie und Wahrheit.
Wieviel Wahrheit braucht die Demokratie?

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Sendezeit: So. 18.02.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Es ist eine verbreitete These, dass in der Demokratie auf Wahrheitsansprüche möglicherweise verzichtet werden muss, um den zivilen Frieden zu sichern. Die gegenwärtig aufbrechenden religiösen und kulturellen Konflikte scheinen dies zu belegen. Julian Nida-Rümelin tritt dieser Auffassung entschieden entgegen. Er zeigt, dass die Demokratie ihre humane Substanz verlöre, wenn sie lediglich als zentrales Spiel des Interessenausgleichs verstanden würde. Sie wäre damit wehrlos gegenüber ihren Feinden und wahllos in ihren inhaltlichen Bestimmungen. In seinem Vortrag verteidigt er die beiden normativen Grundpfeiler der modernen Demokratie, Freiheit und Gleichheit, gegen ihre Kritiker. Julian Nida-Rümelin ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Universität München. In den Jahren 2001 und 2002 war er Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt.

Zur Person

Geboren 1954 in München

Studium der Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen. Nach Promotion und Habilitation Gastprofessor in den USA.

1991-1993

Professor am Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen.

1993-2004

o. Professor für Philosophie an der Universität Göttingen (Nachfolge Günther Patzig).

Seit 2002

Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin.

Seit 2004

Ordinarius für Politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München.

1994-1997

Präsident der Gesellschaft für analytische Philosophie.

1998-2000

Kulturreferent der Stadt München.

2001-2002

Kulturstaatsminister beim Bundeskanzler. Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Ausgewählte Veröffentlichungen