Weiterführende Informationen zur Sendung

Deutschland ein Vielvölkerstaat?
Die deutsche Diskussion von außen gesehen
Prof. Dr. Alfred Grosser
Sendezeit: So. 03.04.2007, 8.30h
Zum Vortrag
Der durch seine Biographie mit Deutschland wie mit Frankreich gleichermaßen verbundene Alfred Grosser engagiert sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs für die deutsch-französische Verständigung. In diesem Vortrag betrachtet der Wahlfranzose ein brisantes Thema durch die Optik eines Außenstehenden. Professor Dr. Alfred Grosser war Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen und Fernsehanstalten und lehrte bis zu seiner Emeritierung 1992 am renommierten Institut d’études politiques in Paris. Prof. Dr. Walter Jens: Erasmus und die Vision vom Frieden.
Zur Person
Alfred Grosser, geboren 1925, emigrierte mit seiner Familie 1933 nach Frankreich und nahm die französische Staatsbürgerschaft an. Er studierte Politik und Germanistik in Aix-en-Provence und Paris. Er promovierte zum Docteur des lettres et sciences humaines. An der deutsch-französischen Verständigung zutiefst interessiert, leitete Alfred Grosser 1948-1950 die Sendungen für die deutsche Jugend im französischen Rundfunk. 1950-1951 war er stellv. Leiter des UNESCO-Büros in Deutschland. Außerdem war er von der Gründung 1948 durch französische Widerstandskämpfer bis zur Auflösung 1967 Generalsekretär des "Französischen Komitees für Austausch mit dem neuen Deutschland" und gab dessen Informationsdienst "Allemagne" (1949-1967) heraus.
1951-1955 wirkte Grosser als Assistent für Germanistik an der Sorbonne. 1953-1955 war er gleichzeitig Lehrbeauftragter am Institut für politische Wissenschaften der Universität Paris. 1955 übernahm er dort eine Professur und ab 1956 war er Studien- und Forschungsdirektor an der Fondation Nationale des Sciences Politiques. 1992 wurde er emeritiert. Daneben lehrte Alfred Grosser auch an der Pariser Handelshochschule (1961-1966) und an der École Polytechnique (1974-1995). Er war Gastprofessor an der Stanford University/Kalifornien (1964-1965), am Centre de Bologne der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität (1955-1969). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit nahm Professor Grosser als Kolumnist zu politischen Tagesfragen öffentlich Stellung und wirkte bei zahlreichen Rundfunk – und Fernsehsendungen mit.
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Gegen den Strom. Aufklärung als Friedenspolitik. Carl Hanser Verlag, München, 1975
- Versuchte Beeinflussung. Zur Kritik und Ermunterung der Deutschen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1981
- Das Bündnis. Die westeuropäischen Länder und die USA seit dem Krieg. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1982
- Der schmale Grat der Freiheit. Eine Ethik für unsere Zeit. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1984
- Das Deutschland im Westen. Eine Bilanz nach 40 Jahren. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1985
- Mit Deutschen streiten. Aufforderungen zur Wachsamkeit. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1987
- Frankreich und seine Außenpolitik. 1944 bis heute. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1988
- Vernunft und Gewalt. Die Französische Revolution und das deutsche Grundgesetz heute. Carl Hanser Verlag, München, 1989
- Mein Deutschland. Hoffmann und Campe, Hamburg, 1993
- Was ich denke. Goldmann Verlag, München, 1995
- Deutschland in Europa. Quadriga, Berlin, 1998
- Die Früchte ihres Baumes. Ein atheistischer Blick auf die Christen. Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen, 2005
- Wie anders ist Frankreich? C. H. Beck Verlag, München, 2005


