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Richard Strauss: Frauenstimmen

Martin Walser
Sendezeit: So. 15.07.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Das Erlebnis der Armut, wenn eine Musik aufhört. Nachträglich möchte man ausdrücken, welche Einbildungen Musik bewirkt. Man kann das, was Musik vermag, am ehesten ausdrücken durch diese Armut, die spürbar wird, wenn eine Musik aufgehört hat. Dann notiert man, wie ich einmal: "9.5.1988, Gruberowa Zerbinetta-Arie aus Ariadne. Ein Tag zum Bleiben." Wenn ich Wagners Isolde oder Richard Straussens Zerbinetta singen höre, denke ich immer: Woher wussten Wagner und Strauss, dass es Menschen gibt, die so etwas zu singen vermögen ... (Martin Walser). Martin Walser zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. In über 50 Jahren schuf er ein umfangreiches Werk, das Romane, Novellen, Gedichtesammlung, Theaterstücke, Hörspiele und Übersetzungen umfasst.

Zur Person

Martin Walser, geboren 1924, studierte Geschichte und Philosophie in Regensburg und Tübingen. Promotion mit einer Arbeit über Franz Kafka. Von 1949 bis 1957 war er Reporter, Regisseur und Hörspielautor beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. 1953 wird er Mitglied der „Gruppe 47“. Seit 1957 lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller am Bodensee. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Georg-Büchner-Preis (1981), Großes Bundesverdienstkreuz (1987), Carl-Zuckmayer-Medaille (1990), „Pour le mérite“ (1993), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1998). Martin Walser gilt als Chronist des Alltags und als Kritiker der deutschen Wohlstandsgesellschaft. In seinen Romanen hat er die deutsche Gegenwart, die Stimmungslage der Republik exemplarisch eingefangen.

Ausgewählte Buchveröffentlichungen