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Die EU als weltpolitischer Akteur

Prof. Dr. Michael Stürmer
Sendezeit: So. 14.10.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Die EU ist im Welthandel zweifellos ein globaler Akteur. Ihre Interessen sind global, ihre Fähigkeiten aber, diese zu schützen und notfalls durchzusetzen, sind es nicht. Die europäischen Regierungen bringen untereinander wenig strategische Solidarität auf und verlassen sich nur allzu gern auf amerikanische Sicherheitsgarantien rund um den Globus. Den Risiken einer zunehmend instabilen Großwetterlage, Schrumpfung und Expansion der Menschenzahl, Klimawandel und knapper Energie, von neuem islamistischen Totalitarismus und den Asymmetrien von Reich und Arm haben sie wenig entgegenzusetzen. So bleibt, von Amerika und dem Rest der Welt aus gesehen, das Bild Europas doppelgesichtig: ein mächtiger Wirtschaftsblock und doch zugleich ein Kontinent im Niedergang mit wenig Innovationsfähigkeit und Mut zu sich selbst. Michael Stürmer beschreibt die Herausforderungen, vor denen die EU steht und das, was an weltpolitischer Durchsetzungsfähigkeit wünschenswert, geboten und lebensnotwendig wäre. Professor Dr. Michael Stürmer lehrte Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 1989 ist er Chefkorrespondent der Zeitung „DIE WELT“.

Zur Person

Michael Stürmer wurde 1938 in Kassel geboren und ist seit 1973 ord. Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In den 80er Jahren war er Berater des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU). Von 1988 bis 1998 arbeitete er als Direktor des Forschungsinstituts für Internationale Politik und Sicherheit (Stiftung Wissenschaft und Politik) in Ebenhausen. Er lehrte als Gastprofessor in Havard, Princeton, Toronto, an der Sorbonne und an der School for Advanced International Studies in Bologna. Daneben ist er als Autor für die "Neue Züricher Zeitung", die "Financial Times", "Die Welt" und die "Welt am Sonntag" tätig.

Ausgewählte Veröffentlichungen