Weiterführende Informationen zur Sendung

Vom Geist zum Körper.
Die Geschichte des Alters
Prof. Dr. Hannelore Schlaffer
Sendezeit: So. 13.04.2008, 8.30h
Zum Vortrag
Was ist Alter? Wann beginnt es? Ist man tatsächlich so alt wie man sich fühlt? Altern ist ein physischer Prozess, der seit jeher von einer Rede begeleitet wird, die diesen Vorgang interpretiert und modelliert. Dieser Altersdiskurs prägt die Darstellungen der Malerei und der Literatur und hat auch Einfluss auf die Gestaltung des Alters im wirklichen Leben. Hannelore Schlaffer beschreibt diesen Diskurs von der Antike bis heute und spannt dabei den Bogen von Cicero, Horaz und Goethe bis zu Jean Améry und Monika Maron. Dabei hat sich wahrscheinlich nur eines seit der Antike wenig verändert: die unterschiedliche Art, wie Männer und Frauen ihr Altern erleben. Professor Dr. Hannelore Schlaffer lehrte bis 2001 Neuere deutsche Literatur an den Universitäten Freiburg und München. Sie lebt als Essayistin und Publizistin in Stuttgart.
Zur Person
Hannelore Schlaffer, geboren 1939 in Würzburg, studierte Deutsch, Geschichte und Geographie für das Lehramt an bayerischen Gymnasien. Bis 1971 war sie als Studienrätin in Erlangen tätig und promovierte dort an der Universität im Fach Literaturwissenschaft mit einem Buch über das Drama. Von 1976-1978 lehrte sie als Lektorin des DAAD in Paris an der Sorbonne Nouvelle und begann schon von dort aus mit einer freien journalistischen Mitarbeit bei Zeitungen und Rundfunkanstalten, die sie bis heute fortführt. 1982 habilitierte sie sich für das Fach Neuere deutsche Literatur an der Universität Freiburg mit einem Werk über Goethes "Wilhelm Meister". Dort lehrte sie als apl. Professor (d.h. ohne staatliche Stelle und Bezahlung) bis 1997; in diesem Jahr habilitierte sie sich um an die Universität München. 1987 war sie als Gastprofessorin an der University of Melbourne, außerdem hatte sie mehrere Vertretungen von Professuren in Karlsruhe, Berlin, Frankfurt. 2001 beendete sie die Lehre an der Universität. Neben dieser Lehrtätigkeit arbeitete sie kontinuierlich für den SWR und den Bayerischen Rundfunk; gleichzeitig schrieb sie für Zeitschriften und verschiedne Zeitungen, vor allem für die FR, die FAZ, die Stuttgarter Zeitung, gelegentlich für die ZEIT. Seit 1975 lebt sie in Stuttgart.
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Wilhelm Meister. Das Ende der Kunst und die Wiederkehr des Mythos. Metzler Verlag, Stuttgart, 1980
- Epochen der deutschen Literatur in Bildern. Klassik und Romantik. 1770-1830. Kröner Verlag, Stuttgart, 1986
- Poetik der Novelle. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar, 1993
- Schönheit. Über Sitten und Unsitten unserer Zeit. Kunstmann Verlag, München, 1996
- Deutsche Briefe 1750 – 1950. Hsg. von Gert Mattenklott, Hannelore Schlaffer und Heinz Schlaffer. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988
- Ehen in Worpswede. Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Clara Rilke-Westhoff, Rainer Maria Rilke. Hatje Cantz Verlag, Stuttgart, 1994
- Johann Peter Hebel. Sämtliche Erzählungen aus dem Rheinländischen Hausfreund (zus. mit Harald Zils). dtv, München, 2001
- Bettine Brentano. Wer ein schön Gesicht hat Originale und erdichtete Briefe. Carl Hanser Verlag, München, 2002
- Das Alter. Ein Traum von Jugend. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2003
- Mode - Schule der Frauen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt /Main, 2007


