Weiterführende Informationen zur Sendung
An den Grenzen der naturwissenschaftlichen Medizin –
Trägt unser Gesundheitswesen seinen Namen zu Recht?
Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich
Sendezeit: So. 04.05.2008, 8.15h
Zum Vortrag
Dass unser Gesundheitswesen es fast nur mit Krankheiten zu tun hat, liegt historisch daran, dass nach der Industriellen Revolution Krankenkassen eingerichtet werden mussten. Ein Grund ist aber auch, dass die naturwissenschaftliche Medizin sich nur mit Krankheiten befasst. Eine ganz andere Frage ist, wie man so leben könnte, dass man gar nicht erst krank wird. Hier geht es vor allem um das persönliche Verhalten (sich mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren etc.). Aber wie wir uns verhalten, hängt immer auch von den Verhältnissen ab, unter denen wir leben. Solange die Verhältnisse zum Beispiel das Autofahren, die industrielle Ernährung u.ä. begünstigen, sind persönliche Appelle nur begrenzt erfolgreich. Eine wirkliche Gesundheitspolitik, so Klaus Michael Meyer-Abich, wäre darum eine allgemein politische Aufgabe, zu der die Gesundheitsministerien nur am Rande etwas beitragen können. Professor Dr. Klaus Michael Meyer-Abich lehrte bis 2001 Naturphilosophie an der Universität Essen.
Zur Person
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Klaus Michael Meyer-Abich, geboren 1936 |
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1961 |
Diplom - Physik |
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1964 |
Promotion in Philosophie |
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1964-70 |
als Physiker tätig und gleichzeitig Assistent an der Universität Hamburg |
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1970-72 |
Am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg |
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Seit 1972 |
ordentlicher Professor für Naturphilosophie am Kulturwissenschaftlichen Institut im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen und an der Universität Essen im Fachbereich 1: Philosophie, Geschichte, Religion und Sozialwissenschaft |
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1974-84 |
Leitung der dortigen Arbeitsgruppe Umwelt, Gesellschaft, Energie (AUGE) |
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1979-82 |
Mitglied der Enquete-Kommission „Zukünftige Energiepolitik“ des Deutschen Bundestages |
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1984-87 |
Senator für Wissenschaft und Forschung in der Freien Hansestadt Hamburg (der SPD nahe, aber parteilos) |
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1987-94 |
Mitglied der Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ des Deutschen Bundestages |
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1989-96 |
Projektleiter des Projektes „Kulturgeschichte der Natur“ am Kulturwissenschaftlichen Institut des Wissenschaftszentrum NRW |
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Wege zum Frieden mit der Natur – Praktische Naturphilosophie für die Umweltpolitik. Carl Hanser Verlag, München, 1984
- Aufstand für die Natur - von der Umwelt zur Mitwelt. Carl Hanser Verlag, München, 1990
- Praktische Naturphilosophie - Erinnerung an einen vergessenen Traum. C. H. Beck Verlag, München 1997
- Vom Baum der Erkenntnis zum Baum des Lebens – Ganzheitliches Denken der Natur in Wissenschaft und Wirtschaft (zus. mit Gerhard Scherhorn u.a.). C. H. Beck Verlag, München, 1997
- Vom Nutzen der Medizin – Wofür sind Ärzte, Medikament, Krankenkassen, Krankheiten und Genesung gut? In: Scheidewege, Jahrgang 32, 2002/2003, S. 377-405
- Physiozentrisch lebt sich’s gesünder – Begründung der Umweltethik aus der Praktischen Naturphilosophie. In: Umwelt-Handeln. Zum Zusammenhang von Naturphilosophie und Umweltethik. Hrsg. Von Kristian Köchy und Martin Norwig. Karl Alber Verlag, Freiburg/München, Lebenswissenschaften im Dialog, Bd. 2, 2006, S. 29-48
- Was bedeutet Ganzheit in der Philosophie der Medizin? In: Forschende Komplementärmedizin. Wissenschaft, Praxis, Perspektiven (FoKom), Jahrgang 14, Heft 4, 2007, S. 240-246
- Philosophie der Medizin. wird im Mai 2008 erscheinen


