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Troia: Der Mythos einer Stadt und die europäische Kultur

Prof. Dr. Martin Zimmermann
Sendezeit: So. 22.06.2008, 8.30h

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Die homerischen Epen Ilias und Odyssee markieren den Beginn der europäischen Literatur. Sie bildeten für Jahrhunderte den Referenzpunkt für die antiken Gesellschaften. In den Dichtungen hatte Homer den Griechen und den Römern eine verbindende Frühgeschichte geschaffen. Die Stadt Troia war daher spätestens seit der klassischen Zeit ein besonderer Ort der Imagination. Die Dichtungen hatten zwar eine fiktive Geschichte erzählt, aber der Wunsch den frühen Mythen einen Ort zu geben und sie zugleich als Stadt zu visualisieren, spielte in der Antike eine wichtige Rolle. Troia wurde zu der Stadt, in der alle antiken Gemeinwesen ihre gemeinsame Vergangenheit lokalisierten. Der Vortrag veranschaulicht, wie Texte, archäologische Zeugnisse und eine sich wandelnde Erinnerungskultur verschmelzen und immer neue Vorstellungen von einer mythischen Stadt erzeugen. Professor Dr. Martin Zimmermann lehrt Alte Geschichte an der Universität München. Er ist Mitglied der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts.

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