Weiterführende Informationen zur Sendung




Glück und Unverfügbarkeit


Prof. Dr. Ulrich Pothast
Sendezeit: So. 02.11.2008, 8.30h

Zum Vortrag

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ sagt das Sprichwort – nach antikem Vorbild. Die Gegenwart ähnelt zumindest in einer Hinsicht ein wenig der hellenistischen Antike. Wir sehen uns einer Mehrzahl von Glückskonzepten gegenüber, von denen einige nicht nur sagen wollen, was Glück ist, sondern auch, wie man es erlangt. Dass Glück nicht beliebig herbeigeführt werden kann, sondern auch von Bedingungen abhängt, die nicht unserer Verfügung unterliegen, ist bekannt. Das deutsche Wort „Glück“ zeigt dies mit seiner Mehrdeutigkeit auch an: Glücklich zu werden ist nicht allein eine Sache eigener Handlungen und Einstellungen, es gehört auch Glück dazu. Unser Glück verwirklicht sich in einem Zusammentreten eigenen Tuns und Unterlassens auf der einen Seite und unverfügbarer Bedingungen auf der anderen. Die Unverfügbarkeit betrifft nicht nur äußere Gegebenheiten. Wir brauchen nicht nur ein Minimum glücklicher Umstände, um glücklich zu sein, wir müssen auch Glück haben mit uns selbst. Unseres Glückes Schmied zu sein ist uns in ähnlicher Weise möglich und zugleich unverfügbar, wie unser eigener Schmied zu sein.

Zur Person

Ulrich Pothast, geboren 1939 in Steinau

1960-1968

Studium der Philosophie in Marburg, Berlin und Heidelberg

1968

Promotion in Heidelberg

1970/71

Visiting Fellow an den Universitäten Princeton, Columbia und Berkeley (USA)

1973-82

akademischer Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Universität Bielefeld

1979

Habilitation für Philosophie

Seit 1982

Universitätsprofessor für Philosophie an der Hochschule für Musik und Theater Hannover

1986/87

Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin

Seit 2004

Emeritus der Hochschule für Musik und Theater Hannover

Ausgewählte Veröffentlichungen