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Die Unbildungs-Katastrophe.
Was heißt und zu welchem Ende braucht man ein Studium Generale?

Prof. Dr. Hermann Glaser
Sendezeit: So. 08.02.2009, 8.30h

Zum Vortrag

Die politische Suada ist voller Forderungen nach mehr Bildung. Die Notwendigkeit von Bildung wird beschworen. Nur Bildung könne die Zukunft sichern usw. Die meisten der derart Bildungsbeflissenen denken aber gar nicht an Bildung, sondern an Ausbildung. Ihre begriffliche Trennschärfe ist unterentwickelt; ihre Klage über die mangelnde Effizienz des Bildungswesens orientiert sich fast ausschließlich an Nützlichkeitsgesichtspunkten. Natürlich ist es notwendig und sinnvoll, sich um eine stete Verbesserung von Ausbildung in allen Bereichen der Erziehung zu kümmern. Die Tatschache jedoch, dass man sich dabei mit Bildungsfragen nicht oder kaum beschäftigt, kann geradezu als „Unbildungskatastrophe“ bezeichnet werden. Die notwendige Frage: „Cui bono?“ wird ausschließlich als ein„Wem-zu-Nutzen“ verstanden und damit betriebswirtschaftlichem Denken unterstellt.
Der Vortrag kritisiert das bestehende Bildungsdefizit, das die Lernmotivation wesentlich beeinträchtigt. Gefordert wird eine Vernunft der Synthesis, die sich ums Begreifen der Zusammenhänge bemüht und sich an den philosophischen Grundfragen orientiert:Warum tue ich was wie mit welchen Mitteln? Woher komme ich, wohin gehe ich? Denn Bildung ist die Fähigkeit, aus den Zufälligkeiten angehäuften Detailwissens ein ordnungsstiftendes Beziehungsgeflecht zu machen, das dann selbstständig, mit Neugier und innerem Antrieb ausgebaut und verdichtet werden kann.

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