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Geschmackskultur im 19. Jahrhundert.
Poetologie der Mahlzeit bei Heine und Fontane

Prof. Dr. Gerhard Neumann
Sendezeit: So. 21.06.2009, 8.30h
Erstausstrahlung: So. 08.02.2004

Zum Vortrag

Die Kulturgeschichte der Menschheit kann auch unter dem Blickwinkel der Ausdifferenzierung von Sinnlichkeit und Geschmack betrachtet werden. Die Literatur des 19. Jahrhunderts ist dabei besonders reich an Beispielen für die Bedeutung von Essen und Trinken als kultureller Akt. Beinahe alle Autoren des 19. Jahrhunderts benutzen Essszenen als Verständigungsraum für die "feinen" kulturellen Unterschiede. Gerhard Neumanns Vortrag zeigt am Beispiel von Heinrich Heine und Theodor Fontane, wie das Paradigma der Nahrungsaufnahme zum Zentrum des Schreibens über gesellschaftliche Prozesse wird.

Zur Person

Gerhard Neumann, geb. 1934; ab 1955 Studium in Freiburg i.Br., Wien und Paris, Habilitation in Freiburg 1972; Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg i. Br.; Ordinarius für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München; emeritiert seit 2003; seit 2005 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Hauptarbeitsgebiete: Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts, vergleichende Literaturwissenschaft, Gattungspoetik, Editionswissenschaft, Kulturwissenschaft; Publikationen zu Goethe, Kleist, Kafka, Canetti; zur deutschen Romantik; zur Methode der Literaturwissenschaft; zu Theorie und Geschichte des Aphorismus, des Epigramms, der Novelle, des Romans, der Lyrik unter komparatistischer Perspektive; Mitherausgeber der Kritischen Kafka-Ausgabe und des Hofmannsthal Jahrbuchs; Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Ausgewählte Veröffentlichungen