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"Christus oder Mohammed". Karl May:
Fiktion und Fundamentalismus im Kampf der Kulturen

Prof. Dr. Ludger Lütkehaus
Sendezeit: So. 12.07.2009, 8.30h

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Karl May, der erfolgreichste Schriftsteller deutscher Sprache, ist weit mehr als nur ein „Jugendbuchautor“. Lange vor Harry Potter war „Fantasy“ seine Art der Literatur. Seine „edelmenschlichen“ Heroen von Old Shatterhand bis Kara Ben Nemsi nähren sich aus der Selbsterfindung ihres Autors, der zugleich vollständige Authentizität für sich reklamierte: „Ich bin Old Shatterhand, ich bin Kara Ben Nemsi und habe erlebt, was ich erzähle.“ Der literarische Ego-Zentrismus geht dabei mit einem kulturellen und religiösen Euro-Zentrismus Hand in Hand. Immer wieder hat Karl May vor allem in seinen Orient-Romanen den „Kampf der Kulturen“ als „Kampf der Religionen“ inszeniert. Der Fundamentalismus eines missionarisch sendungsbewussten Christentums prallt auf einen militanten islamischen Fundamentalismus. Erst Mays humanistisches und pazifistisches Spätwerk deutet andere Wege an. Ludger Lütkehaus zeichnet den Zusammenhang von Fiktion und Fundamentalismus in Karl Mays Werk nach.

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