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Wären Sie glücklicher, wenn Sie jünger und reicher wären?

Prof. Dr. Norbert Schwarz
Sendezeit: So. 10.10.2010, 8.00h
Erstausstrahlung: So. 12.10.2008

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Zum Vortrag

Die meisten Menschen sind überzeugt, dass ihr Leben besser wäre, wenn sie mehr Geld hätten oder jünger wären, und dass die Zeit mit den Kindern zu den besten Momenten des Tages gehört. Empirische Untersuchungen finden jedoch wenig Evidenz für solche Überzeugungen. Ältere Menschen sind zufriedener als junge, und das Einkommen trägt wenig zur Zufriedenheit bei. Detaillierte Erfassungen der Emotion in relevanten Situationen zeigen außerdem, dass Zeit mit den Kindern im Durchschnitt etwa so erfreulich ist wie das tägliche Einkaufen. Im Rückblick erinnern Personen ihre Erfahrungen jedoch in einer Weise, die ihre Intuitionen bestätigt – selbst wenn ihre tägliche Erfahrung anders aussieht. Was ist der Zusammenhang zwischen Intuitionen über das Glück, täglichen Erfahrungen und der Erinnerung an diese Erfahrungen? Warum weichen unsere Erinnerungen von unseren Erfahrungen ab? Welche Rolle spielen diese Komponenten bei wichtigen Entscheidungen?

Zur Person

Norbert Schwarz, geboren 1953 in Annweiler, Pfalz, ist Charles Horton Cooley Collegiate Professor of Psychology an der University of Michigan, Professor of Business an der Steven M. Ross School of Business, und Research Professor am Institute for Social Research. Er studierte Soziologie an der Universität Mannheim (Dip.-Soz., 1977, Dr. phil., 1980) und habilitierte sich 1986 für das Fach Psychologie an der Universität Heidelberg. Von 1987 bis 1992 war er Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim, bevor er 1993 einen Ruf nach Michigan annahm. Norbert Schwarz ist Fellow der American Academy of Arts and Sciences, der American Psychological Association und der Association for Psychological Science und Träger der Wilhelm Wundt Medaille der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Seine Forschung konzentriert sich auf Prozesse der Urteilsbildung, insbesondere das Wechselspiel von Fühlen und Denken, die Rolle von Kommunikationsprozessen in der Urteilsbildung und die Implikationen einer Urteilsperspektive für die empirische Sozialforschung.

Ausgewählte Veröffentlichungen