Weiterführende Informationen zur Sendung
Von der Ökonomie geistiger Werte
Prof. Dr. Harald Weinrich
Sendezeit: So. 27.02.2011, 8.00h
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Zum Vortrag
Mit der Bewertung materieller Güter sind wir alle vertraut. Wie aber lässt sich der Wert geistiger Güter ermessen? Harald Weinrich orientiert sich versuchsweise an den Kriterien, mit denen wir zum Beispiel über Immobilien oder Wertpapiere sprechen: Werterwerb, Wertbesitz, Werterhalt oder Verwertung. Dabei wird deutlich, dass wir für geistige Werte, im Gegensatz zur finanziellen Ökonomie materieller Werte, vor allem auch mit einer anderen, der wohl härtesten Währung überhaupt, bezahlen: mit Lebenszeit.
Zur Person
Harald Weinrich wurde 1927 in Wismar geboren und studierte nach dem Krieg Romanistik, Germanistik, Latinistik und Philosophie in Münster, Freiburg, Toulouse und Madrid. Nach seiner Promotion und Habilitation in Münster lehrte er seit 1959 als Professor für Romanistik in Kiel und Köln. An der von ihm mitgegründeten Universität Bielefeld war er Professor für Linguistik und erster Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung. In München gründete er 1978 das Institut für Deutsch als Fremdsprache und leitete es bis zu seiner Emeritierung und nachfolgenden Berufung als Professor für Romanistik an das Collège de France, Paris (1992-1998). Als Gastprofessor lehrte er an den Universitäten von Michigan, Princeton und auf dem Galilei-Lehrstuhl der Scuola Normale Superiore von Pisa. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Bielefeld, Heidelberg, Augsburg, Rom und Madrid. Er wurde unter anderem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, dem Konrad-Duden-Preis für Verdienste um die deutsche Sprache, dem Friedrich-Märker-Preis für Essayistik, dem Karl-Vossler-Preis für Wissenschaftssprache, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis für Literatur und Kritik ausgezeichnet.
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Vom Leben und Lesen der Tiere. C.H. Beck Verlag, München, 2008
- Wie zivilisiert ist der Teufel? C.H. Beck Verlag, München, 2007
- Linguistik der Lüge. C.H. Beck Verlag, München, 2006
- Knappe Zeit. Kunst und Ökonomie des befristeten Lebens. C.H. Beck Verlag, München, 2004
- Textgrammatik der deutschen Sprache. Edition Olms, Hildesheim, 2002 (Erstauflage 1993)
- Kleine Literaturgeschichte der Heiterkeit. C.H. Beck Verlag, München, 2001
- Tempus. Besprochene und erzählte Welt. C.H. Beck Verlag, München, 2001 (Erstauflage 1964)
- Lethe. Kunst und Kritik des Vergessens. C.H. Beck Verlag, München, 2000 (Erstauflage 1997)
- Linguistik der Lüge. C.H. Beck Verlag, München, 2000 (Erstauflage 1966)
- Sag Schibboleth. Gedichte. Officin Albis, Garching, 1997
- Textgrammatik der französischen Sprache. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 1997 (Erstauflage 1982, franz. Version 1989)
- Wege der Sprachkultur. DTV, München, 1988 (Erstauflage 1985)
- Literatur für Leser. Essays und Aufsätze zur Literaturwissenschaft. DTV, München, 1986 (Erstauflage 1971)
- Sprache in Texten. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 1976


