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Von der „Gelben Gefahr“ zum „Aufstieg Asiens“


Prof. Dr. Jürgen Osterhammel
Sendezeit: So. 18.09.2011, 8.00h

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Zum Vortrag

Der Aufstieg Chinas und, ihm folgend, auch Indiens in weltwirtschaftliche und weltpolitische Führungspositionen ist zu einem Standardmotiv europäischer und amerikanischer Zeitdiagnosen geworden. Dieser Aufstieg wird im Allgemeinen als Bedrohung wahrgenommen. Die Furcht vor Asien hat eine lange Geschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ängstigte man sich vor einer „Gelben Gefahr“, die von China und Japan auszugehen schien. Einige Jahrzehnte später änderte sich die Bewertung, und „Jung-Asien“ fand im Westen Bewunderer, vor allem in Deutschland. Der Pazifische Krieg (1941-45) verschob die Perspektive erneut. Hinter den heutigen Debatten um mögliche Zukunftsentwicklungen lassen sich ältere und allgemeinere Reflexionen erkennen. Mit welchen Annahmen operieren solche Analysen und Spekulationen, und wie tauglich sind sie zum Verständnis der Gegenwart?

Zur Person

Jürgen Osterhammel, geboren 1952, studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Marburg. 1976 legte er das erste, 1981 das zweite Staatsexamen ab. 1980 promovierte er im Fach Geschichte an der Gesamthochschule Kassel. Danach war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut London und als Akademischer Rat am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg tätig. 1990 habilitierte er sich, war bis 1996 Professor für Außereuropäische Geschichte an der Fernuniversität in Hagen, danach bis 1999 Professor für Geschichte der internationalen Beziehungen am Institut Universitaire des Hautes Études Internationales in Genf. Seit 1999 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz. 2010 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Ausgewählte Veröffentlichungen