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Plädoyer für eine Neugründung Europas
Prof. Dr. Jürgen Neyer
Sendezeit: So. 23.04.2017, 7.30h
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Zum Vortrag
Europa leidet an sich selbst. Es lebt in einer institutionellen Struktur, die kontinuierlich ineffektive Politik produziert und Frustration erzeugt. Europa ist weder in der Lage, die Währungs- und Finanzintegration voranzutreiben noch die dringend nötige soziale Integration umzusetzen. Gleichzeitig nimmt Europa den Mitgliedstaaten die Kompetenzen, es besser zu machen. Die Rechts- und Linkspopulisten Europas nutzen diese Defizite, um die Europäische Union insgesamt zum Feindbild zu stilisieren. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass die Union bei allen ihren Defiziten grundsätzlich ein großartiges Projekt der Ausdehnung der Demokratie über die Grenzen des Nationalstaates ist. Um dieses Projekt umzusetzen, so Jürgen Neyer, bedarf es allerdings heute einer Neugründung der EU. Der Brexit sollte als Chance verstanden werden, mit einer kleineren Gruppe von Mitgliedstaaten eine sehr viel engere, sozialere und solidarische Union zu bauen.
Zur Person
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Jürgen Neyer, geboren 1966 in Reinbek |
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1987-1992 |
Studium der Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main |
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1993-1995 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt am Main |
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1995 |
Promotion zum Dr. phil., Fachbereich Gesellschaftswissenschaften |
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1995-2001 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Europäische Rechtspolitik (ZERP) der Universität Bremen |
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2001-2002 |
Jean Monnet Fellow am Robert Schuman Centre for Advanced Studies (RSCAS) des Europäischen Hochschulinstitutes, Florenz |
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2002 |
Venia Legendi für Europäische und Internationale Politik, Universität Bremen |
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2002-2005 |
Heisenberg Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft |
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Seit 2005 |
Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Die institutionelle Ordnung der Europäischen Union“ (W3) an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder |
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2010-2012 |
Opus Magnum Förderung durch die gemeinsame Förderinitiative der Volkswagen-Stiftung und der Thyssen-Stiftung |
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Modelle des Parlamentarismus im 21. Jahrhundert. Neue Ordnungen von Recht und Politik (Hrsg. zus. mit Claudio Franzius und Franz Mayer), Nomos Verlag, Baden-Baden, 2015
- Grenzen der europäischen Integration. Herausforderungen für Recht und Politik (Hrsg. zus. mit Claudio Franzius und Franz Mayer), Nomos Verlag, Baden-Baden, 2014
- Globale Demokratie. Eine zeitgemäße Einführung in die Internationale Beziehungen, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2013
- The Justification of Europe. A Political Theory of Supranational Integration, Oxford University Press, Oxford, 2012
- Political Theory of the European Union (Hrsg. zus. mit Antje Wiener), Oxford University Press, Oxford, 2011
- Postnationale politische Herrschaft. Verrechtlichung und Vergesellschaftung jenseits des Staates, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2004
- Die neue Weltwirtschaft. Entstofflichung und Entgrenzung der Ökonomie (zus. mit Mathias Albert, Lothar Brock, Stephan Hessler, Ulrich Menzel), Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1999
- Spiel ohne Grenzen. Weltwirtschaftliche Strukturveränderungen und das Ende des sozial kompetenten Staates, Tectum Verlag, Marburg, 1996


