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Wie entscheidungsfähig sind Demokratien?
Rückbesinnung auf Gemeinwohl und politische Kohäsion
Prof. Dr. Egon Flaig
Sendezeit: So. 15.10.2017, 7.30h
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Zum Vortrag
Das Mehrheitsprinzip ist die einzige Regel, die sich mit politischer Gleichheit verträgt. Dass heute die Mehrheitsentscheidung immer weiter diskreditiert wird, beschädigt die Demokratie und das Politische überhaupt. Somit tut eine Rückbesinnung not: Woher rührt die hohe Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen in den Demokratien der Antike?
Der Vortrag erörtert die kulturellen und politischen Bedingungen dieser Akzeptanz an einem Beispiel: Im Jahre 427 v. Chr. fasste die athenische Volksversammlung einen „grausamen“ Beschluss, den sie einen Tag später revidierte. Wieso diese Revision gelang, das berührt den heiklen und hochaktuellen Zusammenhang von Gemeinwohl und politischer Kohäsion der Staatsbürger.
Zur Person
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Egon Flaig, geboren 1949 in Gronau Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg |
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1970-1972 |
Studium der Geschichte und der Romanistik an der Universität Stuttgart |
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1972-1973 |
Studium an der Sorbonne (Entwicklungssoziologie, Institut d'Etudes du Développement Economique et Social, Paris I) |
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1973-1976 |
Studium an der Freien Universität Berlin (Geschichte, Romanistik, Latein-amerikanistik) |
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1976 |
Erstes Staatsexamen (Wissenschaftliches Landesprüfungsamt Berlin) |
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1977 |
Beginn des Referendariats in Berlin |
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1978 |
Beginn des Zweitstudiums im Fach Philosophie |
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1981 |
Zweites Staatsexamen |
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1983 |
ehrenamtliche Arbeit in einem Consulting-Büro (GELAT), das Projekte auf dem Bereich Gesundheitsfürsorge in Lateinamerika organisierte |
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1984 |
Promotion zum Dr. phil. |
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1985 |
Ernennung zum Hochschulassistenten am Seminar für Alte Geschichte an der Universität Freiburg |
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1990 |
Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg |
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1991 |
Vertretung des Lehrstuhls von Hans-Joachim Gehrke an der Universität Freiburg |
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1992-1993 |
Vertretung des Lehrstuhls von Jochen Bleicken an der Universität Göttingen |
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1992-2001 |
Mitherausgeber der Zeitschrift "Historische Anthropologie" |
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1993-1997 |
Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen |
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1994 |
Vertretung des Lehrstuhls von Andreas Mehl in Erlangen |
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1995 |
Lehrtätigkeit als Directeur d'Etudes invité an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris (auf Einladung von Pierre Bourdieu). Forschungstätigkeit am Soziologischen Institut des Collège de France bei Pierre Bourdieu |
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1997 |
Antritt der Professur für Alte Geschichte am Institut für Altertumswissenschaften der Universität Greifswald |
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1998-2008 |
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Altertumswissenschaften der Universität Greifswald |
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2000 |
Gastprofessur am Centre Gustave Glotz (Paris I, auf Einladung von Jean- |
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2001 |
Gastprofessur an der Universität Konstanz |
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2008-2014 |
Lehrstuhl für Alte Geschichte an den Universität Rostock |
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2009 |
Ernennung zum Mitglied des Conseil scientifique de l’ Institut des Sciences de la Communication du CNRS |
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2014 |
Emeritierung |
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2016-2017 |
Vorsitzender der Jury zur Auswahl in das THEORIA-Projekt des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommern |
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Die Niederlage der Politischen Vernunft. Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen, zu Klampen Verlag, Springe, 2017
- Apokalyptische Politik und gnostischer Rückzug. Zu den Auswirkungen auf die historischen Kulturwissenschaften, in: Archiv für Kulturgeschichte 98/2, 2016, S. 259-296
- Gegen den Strom. Für eine säkulare Republik Europa, zu Klampen Verlag, Springe, 2013
- Die Mehrheitsentscheidung. Enstehung und kulturelle Dynamik, Verlag Ferdinand Schöningh GmbH, Paderborn, 2013
- Radikale Anthroponomie. Wieso griechische Polis und Theokratie diametrale Gegensätze sind, In: (Hrsg.: Kai Trampedach / Andreas Pecar), Theokratie und theokratischer Diskurs. Die Rede von der Gottesherrschaft und ihre politisch-sozialen Auswirkungen im interkulturellen Vergleich, Tübingen, 2013, S. 75-99
- Die Versammlungsdemokratie am Nadir. Entscheidungstheoretische Überlegungen zum Arginusenprozeß, In: Historische Zeitschrift 297/1, 2013, S. 27-63
- Abolition und Weltgeschichte. Geschichtstheoretische Überlegungen zu einer weltgeschichtlichen Besonderheit, in: E. Herrmann-Otto (Hrsg. unter Mitarbeit von Marcel Simonis und Alexander Trefz), Sklaverei und Zwangsarbeit zwischen Akzeptanz und Widerstand. Sklaverei - Knechtschaft - Zwangsarbeit 8. Hildesheim, Olms, 2011, S. 178-244
- Weltgeschichte der Sklaverei, C.H. Beck Verlag, München 2009
- Heiliger Krieg. Auf der Suche nach einer Typologie, In: Historische Zeitschrift 285, 2007, S. 265-302
- Ritualisierte Politik. Zeichen Gesten und Herrschaft im Alten Rom, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, Göttingen, 2003
- Ödipus. Tragischer Vatermord im klassischen Athen, C.H. Beck Verlag, München, 1998
- Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich, Campus Verlag, Frankfurt am Main,1992


