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Eine Pianisten von Weltruf
Clara Schumann und ihre Freunde in Baden-Baden
PD Dr. Ulrike Kienzle
Sendezeit: So. 04.02.2018, 7.30h
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Zum Vortrag
Baden-Baden, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die „Capitale d’été“ hatte sich zu einem Treffpunkt der feinen Welt gemausert. Auch in der Musik! Komponisten und Virtuosen folgten den wohlhabenden Badegästen, manche ließen sich sogar hier nieder. Die berühmte Pianistin Clara Schumann, die Gattin des romantischen Komponisten Robert Schumann, erwarb 1862 ein behagliches Häuschen in der Lichtenthaler Allee. Seit dem Tod ihres Mannes, hatte sie ein unruhiges Wanderleben geführt, um sich und die sieben Kinder mit Konzertreisen finanziell über Wasser zu halten. Nur in den Sommermonaten traf die Familie, ansonsten in alle Winde zerstreut, in ihrem Baden-Badener Idyll zusammen. Die Größen des damaligen Musiklebens gingen hier ein und aus: Johannes Brahms, Hermann Levi, Joseph Joachim, Anton Rubinstein und ihr (heimlicher) Liebhaber, der Komponist Theodor Kirchner. Als Clara Schumann 1878 als Dozentin an das neu gegründete Frankfurter Konservatorium berufen wurde, endete die Baden-Badener Zeit.
Der Vortrag schildert das bewegte Leben einer außergewöhnlichen Frau, die mutig und beherzt ihre künstlerischen Ideale mit resolutem Familiensinn und einer erstaunlichen Arbeitsdisziplin zu verbinden wusste.
Zur Person
Dr. Ulrike Kienzle, geboren 1960 in Wiesbaden, studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main. Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 1997 Promotion, 2005 Habilitation im Fach Musikwissenschaft in Frankfurt am Main. 1992 bis 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, 1997 bis 2003 Wissenschaftliche Assistentin, 2005 bis 2006 Vertretungsprofessorin für Musikwissenschaft in Frankfurt am Main. 2006 bis 2010 DFG-Forschungsprojekt „Giuseppe Sinopoli – Komponist, Dirigent, Archäologe“ an der Musikhochschule Düsseldorf. Freiberuflich tätig als wissenschaftliche Autorin, Kuratorin von Ausstellungen und Dozentin mit Forschungsprojekten zu Robert und Clara Schumann, zur Frankfurter Mozart-Stiftung und zur Geschichte der Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt. Ausstellungen: „Drei Generationen Mozart in Frankfurt am Main“ (2005), „Robert und Clara Schumann in Frankfurt am Main“ (2010). Seit 2017: Erstellung der musikwissenschaftlichen Expertise für das in Entstehung befindliche Deutsche Romantikmuseum in Frankfurt am Main.
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Die Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main (1956–2016). Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau. Frankfurt am Main: Verlag der Frankfurter Bürgerstiftung 2016
- Max Bruch: Streichquartett c-Moll WoO (1852). Komponiert zur Bewerbung um das Stipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung. Faksimile, Kommentar und CD im Auftrag der Frankfurter Bürgerstiftung hrsg. von Clemens Greve, Verlag der Frankfurter Bürgerstiftung, Frankfurt am Main, 2014
- Neue Töne braucht das Land! Die Frankfurter Mozart-Stiftung im Wandel der Geschichte (1838 – 2013), Verlag der Frankfurter Bürgerstiftung, Frankfurt am Main, 2013 (Mäzene, Stifter, Stadtkultur, Band 10)
- Giuseppe Sinopoli: Komponist – Dirigent – Archäologe. Band 1: Lebenswege, Band 2: Porträts, Königshausen & Neumann Verlag, Würzburg, 2011
- Robert und Clara Schumann in Frankfurt. „... mir war es so, als müsst’ ich in einem schönen Traum hier schon einmal gewesen sein...“. Begleitbuch zur Ausstellung der Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main und der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlößchen, Waldemar Kramer Verlag, Frankfurt am Main, 2010
- „… dass wissend würde die Welt!“ Philosophie und Religion in den Musikdramen Richard Wagners, Königshausen & Neumann Verlag, Würzburg, 2005 (Wagner in der Diskussion, Band 1)
- Das Trauma hinter dem Traum. Franz Schrekers Oper „Der ferne Klang“ und die Wiener Moderne, Edition Argus, Schliengen, 1998 ( Sonus, Band 2) (mit Motivtafel und Partitur)
- Das Weltüberwindungswerk. Wagners „Parsifal“: Ein szenisch-musikalisches Gleichnis der Philosophie Arthur Schopenhauers, Laaber Verlag, Laaber, 1992 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Band 12)


