Weiterführende Informationen zur Sendung
Ihr Webbrowser kann dieses Video nicht abspielen.
Bitte nutzen Sie einen aktuellen Webbrowser, zum Beispiel Mozilla Firefox.
London
Von »Rule, Britannia!« zu »Cool Britannia!«
Prof. Dr. Norbert Greiner
Sendezeit: So. 24.06.2018, 7.30h
mp4-Videodownload
Zum Vortrag
In „Momentaufnahmen“ an vier Jahrhundertwenden – 1600, 1700, 1900 und 2000 – zeichnet sich der Aufstieg Londons zur Kulturmetropole Europas ab. Eine bereits ausgeprägte Bürgerkultur im „Goldenen Zeitalter“ unter Elizabeth I fördert die Entwicklung öffentlicher Theater, in denen besonders die Dramen Shakespeares zum Verhandlungsort der Zeitfragen werden. Der Gedanke der Öffentlichkeit kennzeichnet das geistige Leben der Metropole auch ein Jahrhundert später, wenn die von einer ausgeprägten Kaffeehauskultur getragenen Wochenschriften, satirische Schriften und die ersten bürgerlichen Romane Großbritannien zum „Modellfall“ einer modernen Öffentlichkeit (Habermas) machen. Die Metropole wird zu einem kulturellen und politischen Bezugspunkt für Europa. Zwei Jahrhunderte später geht Großbritannien dem Ende seines imperialen Zeitalters entgegen. Erste Zweifel an den tradierten Quellen kollektiver Identität und zunehmende Skepsis gegenüber dem urbanen Kulturraum finden ihren literarischen Niederschlag. Das Millennium bietet schließlich weiteren Anlass zur Selbstbesinnung. Aus verschiedenen Blickwinkeln setzt sich die Literatur mit den Folgen des Niedergangs der britischen Vormachtstellung auseinander: Die literarischen Selbstvergewisserungen stellen die alten Identitätsangebote in Frage und arbeiten sich an einer Neudefinition von „Britishness“ ab.
Zur Person
|
Norbert Greiner, geboren 1948 in Hannover |
|
|
1967-1972 |
Studium der Germanistik, Anglistik, Amerikanistik, Philosophie und Pädagogik an der TU Hannover und der Universität Trier |
|
1975 |
Promotion am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Trier; Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Hochschulassistent |
|
1982 |
Habilitation an der Universität Trier |
|
1983 |
Professor für Übersetzungswissenschaft: Englisch an der Universität Heidelberg (Englische/Amerikanische Literatur und Kulturwissenschaft) |
|
1989-1991 |
Dekan der Neuphilologischen Fakultät |
|
1993-1997 |
Prorektor der Universität Heidelberg |
|
2000 |
Professor für anglistische Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg |
|
|
Gastprofessuren in Peking, Alexandrien und Wien |
|
2005-2011 |
Mitglied des Vorstands der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft |
|
2012-2015 |
Mitglied des AK Forschung der Hochschulrektorenkonferenz |
|
|
Mitglied in Kuratorien verschiedener wissenschaftlicher Stiftungen |
|
|
Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Wien |
Ausgewählte Veröffentlichungen
- Crime and Recompense. The Ontology of Criminal Acts in the Henriad, in: Bettina Boecker et al., eds., Acts of Crime: Lawlessness on the Early Modern Stage. Essays in Honour of Andreas Höfele, Würzburg, 2015, 157-172
- Lesarten des Terrorismus (zus. mit Felix Sprang), WVT Wissenschaftlicher Verlag, Trier, 2011
- Wallensteins Ahnen – Shakespeare, Schiller und das Historische als dramatischer Spielraum, Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft, 54, 2010, 689–705
- Hamlets Bücherwelten, Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 51, 2010, 91-105
- Poesie des Kapitals. Was gilt den Dichtern das Geld?, in: Ulrich Röhm (Hrsg.), Das Große Buch vom Geld, edition braus, Heidelberg, 2010, 42-53
- Cool Britannia. Literarische Selbstvergewisserungen vor der Jahrtausendwende (zus. mit Roland Weidle), WVT Wissenschaftlicher Verlag, Trier, 2006
- William Shakespeare. Hamlet. Englisch-deutsche Studienausgabe (zus. mit Wolfgang G. Müller), Stauffenburg-Verlag, Tübingen, 2005
- Übersetzung - Translation - Traduction. 3 Bände (zus. mit H. Kittel, A.P. Frank, Th. Hermans, Werner Koller, José Lambert, Fritz Paul), de Gruyter Verlag, Berlin, New York, 2004 - 2011
- Übersetzung und Literaturwissenschaft. Grundlagen der Übersetzungsforschung, Bd. 1, Narr Verlag, Tübingen, 2004
- William Shakespeare. Viel Lärm um Nichts - Much Ado About Nothing.-Englisch-deutsche Studienausgabe der Dramen Shakespeares, Francke Verlag, Tübingen, 1989
- “Idealism” und “Realism” im Frühwerk George Bernard Shaws. Die Bedeutung und Funktion der Begriffe in den politischen, ästhetischen und dramatischen Schriften, Anglistische Forschungen 122, Heidelberg, 1977


